Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 46)
- Language
- German
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148 und damit den Juden Artapanos in einen Heiden hätte verwandeln können. — Es sind sicherlich diese Stellen, die Dähne (Jüd. alex. Rel.-Ph. H 201) und Ewald (H3 129) veranlasst haben, Artapanos für einen Heiden anzusehen, Seguier de St. Brisson (bei Migne Patrolog. Gr. XXI z. St.) aber, jede Entscheidung abzulehnen. Das erstere ist, wie. oben dargelegt worden ist, unmöglich, und um der Rathlosigkeit Seguier’s zu entgehen, giebt es noch einen Ausweg, der nicht gar zu fern liegt. — Schon Heyne hat erkannt (de font. hist. Diod. sect. 1) und Lepsius (Chron. d. Aeg. I 246 f.) hat es bestätigt, dass die von Irrthümem und Missverständnissen strotzenden Berichte griechischer Schriftsteller über Ältägypten nicht etwa Märchen sind, welche Schalkhaftigkeit und Bosheit verschmitzter Priester den wissbegierigen und leichtgläubigen Fremden aufgebunden hätten, sondern dass liier Ansichten und Auffassungen vorliegen, die ihrem Kerne nach auf echter nur exoterischer Erklärung sachverständiger Männer beruhen, die aber, im Munde halbgebildeter Laien umgestaltet, durch tendenziöse Zuthaten entstellt, zu dem Gemisch von Geschichte, Sage und Erdichtung geworden sind, das wir bei Herodot, Diodor, Plutarch und Anderen finden. Unter den in Aegypten ansässigen Griechen nahmen jene alten Ueberlieferungen die griechische Farbe an, die ihnen jetzt anhaftet; namentlich waren die mit den Griechen verkehrenden, häufig aus unteren Graden der Priesterschaft hervorgegangenen Fremdenführer bemüht, Beziehungen zwischen ägyptischer und griechischer Religion und Geschichte zu schaffen, die in Wirklichkeit nie bestanden haben. In ähnlicher Weise nun wie ägyptische Dinge hellenisirt wurden, ägyptisirte man israelitische Geschichte. Seitdem unter den ersten Ptolemäern der Einfluss der Juden in Aegypten eine erstaunliche Höhe erreicht hatte, verfolgten Heiden und Juden mit besonderer Theilnahme das Zusammentreffen der Geschichte Israel’s mit der Aegyptens, durchforschte man die Denkmale und heiligen Schriften nach neuen Beziehungen und Zusammenhängen zwischen denselben, wies aber auch weder unverbürgte volksthümliche Sagen zurück, noch verschmähten Böswilligkeit und Zuneigung die willkürlichsten Erdichtungen. Manetho theilt neben dem, was er aus guten alten Quellen über das Volk der Juden erkundet haben will, auch Nachrichten mit, die er selbst als cherre11lose Sagen* {adeGnozw(; fjtv^oXoyov^sva) bezeichnet (c. Ap. I 16. 26. 31). Seine Aufzeichnungen liefern späteren Geschichtschreibern einen