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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1875-01-01 · 1875 · page 45

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 45)
Language
German
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147 vgl. 431 d). Unerhört aber ist, dass ein Jude geschrieben haben sollte, Moses habe einem jeden der 36 ägyptischen Nomen je einen besonderen Gott zü verehren*) geboten (432b), wie das in der That in Aegypten der Fall war (Brugsch Geogr. Inschr. I 130f.)*, undenkbar ist, dass Artapanos, wenn er ein Jude war, auf Moses, den göttlichen Propheten, den Ursprung des ägyptischen Thierdienstes zurückgeführt haben sollte, die Verehrung des Ibis (432 d), des Apis (433b) - also eben jenen gräulichsten aller Götterdienste des Alterthums, der, selbst den gegen fremde Culte sehr nachsichtigen Griechen und Römern ein unbegreiflicher, ja verächtlicher Wahn, den jüdischen Hellenisten aber, auch den mildest urtheilenden, wie dem Verfasser der Sapienz, Philon, Flavius Josephus, also Männern der verschiedensten Richtungen und Anschauungen, Anlass zu wahrhaft ingrimmigen Angriffen bot. So stehen denn auch bei Artapanos wie bei Eupolemos feindliche Anschauungen einander gegenüber. Aber keines der Mittel, die bei Eupolemos einen Ausweg boten, ist bei Artapanos anwendbar. Denn die heidnisch gefärbten Stellen sind mit den durchaus in jüdischem Sinne und Interesse geschriebenen Stücken derart verwebt, dass es bodenlose Willkür wäre, sie als Interpolation auszuscheiden oder durch Zuweisung der Fragmente an zwei verschiedene Verfasser den Widerspruch zu heben. Ebensowenig darf man nach Allem, was über Alexanders Verfahren festgestellt worden ist, diesem hier eine absichtliche Fälschung seiner Excerpte Zutrauen, die allein in Auszüge aus streng jüdischen Schriften Stücke von so entschieden heidnischer Gesinnung einschieben Die obige Bedeutung der Worte: v.a\ k-AuGxcp xcov voficov c£7eoxcigcu xov &80V osyd'riasßQ'ou darf, wenn man das kna6xcp xcov v. beachtet, nicht bezweifelt und nicht abgeschwächt werden, wie es Dähne (Jüd. al. Rel.-Ph. II 201) und Herzfeld (III 574) thun. Vgl. 433 b: xa gaa xa Y.ad'ieQ&d'hxa v7to Mcovöov; Plut. de Is. 72; Diod. I 89: tfad־’ snaßxov avxcov (sc. xav voficov) uaxadsigcu xolg 8y%(0Qi01g <ן8גSeö&cd xl tcoov. Was Griechen und Römer über ägyptischen Thierdienst dachten, ersehe man aus Diodor I 83—86; Strabon XVI 760; Plut. de Is. 71; Cic. nat. deor. I 36; Juven. XV. Dass die Komiker den dankbaren Stoff ebensowenig ungenutzt Hessen, wie der Spötter Lucian, beweist Athen. VII 299 f.; Luc. conc. deor. 10. 11. imag. 11. Jup. tr. 42. Aber auch Männer, vorsichtig wieHerodot, konnten ihre Verwunderung nicht zurückhalten (II 46). — Wie die jüdischen Hellenisten urtheilten, zeigen folgende Stellen: Ps. Aristeas 38, 14f. Sibyll. III 30; Sap. Sal. 11, 16. 12, 24 f.; Philon 371, 46. II 76, 50. II 193, 26. II 303, 12. II 472, 36. de prov. I 86; Jos. c. Ap. I 25. II 6. 7. 13. Auch nach Manetho und in dem Briefe Philometor’s sind die Israeliten Verächter des Thierdienstes (Jos. c. Ap. I 26. 2S. Ant. XIII 3, 2). 4*

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