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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1875-01-01 · 1875 · page 42

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 42)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720963--041-2722837
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144 patriotisch gesinnten Judäer zu kennzeichnen. So wird Abraham als Lehrer der Aegypter gepriesen (c. 18. 420 b), und noch viel rühmrediger werden die Verdienste Joseph’s um Aegypten geschildert י Als Verwalter des ganzen Landes soll er der Unordnung gesteuert, der Vergewaltigung der Schwachen ein Ende gemacht, die Maasse erfunden, die Ländereien zuerst vermessen und einen grossen Theil Aegyptens mbar gemacht haben (c. 23. 429 d). Wenn auch diese Angaben in ihren Einzelheiten der Geschichte widersprechen, so liegt doch wenigstens ein Anlass zu denselben in den Erzählungen der Bibel (Gen. c. 41 und 47) vor; durchaus grundlos aber erscheint der abenteuerliche Roman, den uns Artapanos zur Verherrlichung Moses’ erzählt (c. 27). Ihm zufolge ist Moysos— so nennt er Moses — nur ein anderer Name für Musäos, der nicht wie in der griechisehen Sage Schüler, sondern Lehrer des Orpheus gewesen sein soll. Diesem Moses-Musäos wird die Erfindung der Philosophie, der Hieroglyphenschrift, der verschiedenartigsten Geräthe, Werkzeuge und Waffen, die Eintlieilung des Landes in 36 Nomen und die Zuwendüng der Ländereien an die Priester zugeschrieben. Aber nicht bloss in den Künsten des Friedens hat nach Artapanos Moses sich ausgezeichnet: er wird auch als gewaltiger Kriegsheld geschildert, der an der Spitze unkriegerischer Ackerbauer die Aethiopen bezwungen und sogar die Herzen der Feinde für sich gewonnen habe. Während dieses Krieges soll er Hermopolis, später Meroe erbaut haben. — Nichts kann klarer sein als die Absicht, durch diese und ähnliche Fabeleien bei heidnischen Lesern eine recht hohe Meinung von der Bedeutung, den Thaten und Verdiensten der Erzväter zu erwecken; Nichts klarer, als dass nur bei einem Schriftsteller judäischer Abkunft diese Absicht in so entschiedener Weise sich geltend gemacht haben kann. Eine Menge kleiner anderer Züge bestätigt das. Moses soll nicht in jähem Zorn den Aegypter getödtet, sondern in gerechter Nothwehr sich desselben erwehrt haben (434 a). Das ist ersonnen, offenbar um den grössten der Propheten von dem Vorwurf zu befreien, welcher der Bibel zufolge ihn treffen könnte. Der ägyptische König soll, als er den Namen Gottes hörte, leblos niedergestürzt imd erst von Moses wieder ins Leben zurückgerufen worden, ein Priester aber, der den Namen Gottes schmähte, von Krämpfen ergriffen und gestorben sein (435 a). Das erinnert an ähnliche Erz ählungen und Sagen, wie sie in jüdischen und christlichen Kreisen

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