Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1875-01-01 · 1875 · page 40

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 40)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2720904-2720963--039-2722835
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

142 gegeben habe, dem als Verfasser einer Schrift über die Juden bekannten Manne sein Machwerk unterzuschieben, oder sie für die Schrift ausgegeben, welche der Fälscher seinem Philokrates früher übersendet haben will (14, 3 Schm.)• Der erste Fall ist undenkbar; denn die sclavische Abhängigkeit unserer Schrift von den LXX, der ganze Zuschnitt ihrer Exegese, der plumpe und fehlerhafte Stil lassen es als unmöglich erscheinen, dass ein heidnischer Grieche, ein Hofmann des Königs Ptolemäos II., sie verfasst habe. Aber auch der andere Fall ist ausgeschlossen. Die angeblich früher dem Philokrates übersendete Schrift soll ein Werk ägyptischer Priester sein; denn das besagen die Worte: "Auch habe ich dir früher in Betreff dessen, was ich für denkwürdig hielt, die Schrift geschickt, welche ich über das Volk der Juden von den gelehrtesten Oberpriestern des höchst gelehrten Aegypten empfangen habe*־*). Es unterliegt keinem Zweifel, dass eine solche Schrift niemals von cOberpriestern Aegyptens* abgefasst worden, dass sie wahrscheinlich ein Machwerk desselben Mannes ist, der den Brief an Philokrates dem Aristeas untergeschoben hat, und der am Schlüsse des Briefes im Kamen dieses Aristeas ankündigt, dass er auch noch'die übrigen erwähnenswerthen Dinge aufzuzeichnen versuchen werde* (69, 27 Schm.). So tölpelhaft ist aber doch der schlaue Fälscher nicht, dass er eine Schrift als die ägyptischer Priester oder als die eines hochgestellten Griechen in die Welt geschickt haben sollte, die durch ihre unverblümte Benutzung der Bibel das kleinste Excerpt als echt jüdisch kennzeichnete. War er doch klug genug, in dem grossen Briefe an Philokrates jede Benutzung der LXX zu vermeiden und nur Einmal dem jüdischen Hochpriester ein noch dazu geändertes Citat aus denselben in den Mund zu legen (41, 1 Schm.). Der philosophisch gebildete Verfasser des Aristeasbriefes würde ferner schwerlich des *) 7ZQOZ£QOV 8e ÖL£7t£{ll(jd{1rjV COL TtBQl tav £V0[.Ug0V CC^LO{iVr}{lOV£VZCOV SIVCLLj zrjv dvayQcccprjv, r\v {18teldß0{1£v 7caQa zmv %aza zi]v loyi&zdziqv Aiyvnzov Xoyiozdzcov a.Q%L£Q£cov %£qI zov yhovg zSv *IovdcUcov. Die hervorgehobenen Worte 'die Schrift, welche ich empfangen habe’ können nur ein fertiges Werk der Oberpriester, nicht Materialien zu einem solchen bezeichnen, was Herzfeld (Gesch. III 578) annimmt. Pseudo-Aristeas fügt hinzu 1t£QL av ivon^ov d^L0{Lvr\{L0v£vzcov 8lva17 weil es viele Schriften von Priestern gab, deren Inhalt ihm nicht 'denkwürdig5 schien. — Die beiden oben verworfenen Fälle sieht Havet in seinem memoire sur la date . . de B41*ose et de Manethon (p. 60) als allein möglich an.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.