Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2720904-2720963--033-2722829- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
136 werk benutzt hat, oder, was wahrscheinlicher ist, dass beide aus gemeinsamer Quelle geschöpft haben. Die obige Ausführung verstösst vielfach gegen die Annahme neuerer Forscher, welche die Samaritaner auf Grund ihrer Bibelüb er- Setzung, der Nachrichten des Joseplius und ihres Jüngern Schriftthums für strenge Monotheisten erklären. Dass diese Abnahme aber nur bedingten Werth hat, ist Movers (Phönizier I 50. 558), Baur (Christi. Gnosis S. 310) und Anderen nicht entgangen. In der That kann die viel später entstandene, samaritanische Bibelüber- Setzung, die zudem nicht aus hellenistischem Boden hervorgegangen ist, Nichts über die Anschauungen der hellenistischen Samaritaner beweisen. Joseplius aber bekümmert sich nur um die politischen, nicht um die religiösen Zustände des samaritanischen Volkes, dessen Parteiungen und Anschauungen ihm fast ganz unbekannt gewesen zu sein scheinen. Und zudem, wer vermöchte aus den LXX und Josephus ein Bild von den unter judäischen Hellenisten geltenden, tausendfach schwankenden Ansichten sich zu entwerfen? So wenig aber wie Saadias und die Peitanim für Aristobul und Philon, so wenig beweisen die späten samaritanischen Schriftsteller für Pseudo- Eupolemos, Theodotos und Malchos. Aristeas, der israelitische GrescMchtsclireiber. Ein kurzes Excerpt. aus der Schrift eines Aristeas oder Aristaias '*) cüber die Juden3 enthält eine Darstellung der Geschichte Iob’s. Derselbe sei, so besagt unser heutiger Text, ein Sohn Esau’s und der Bassara gewesen, habe im Ausitischen Lande gewohnt und 0früher3 Jobab geheissen. Von Gott mit vielfachen Leiden heimgesucht, sei er fromm und standhaft geblieben und habe des Zuspruches nicht erst bedurft, den seine Freunde ihm brachten. Wegen seiner Standhaftigkeit habe Gott ihn hochgeschätzt (d/acr^Vr«), von seiner Krankheit befreit und mit vielen Gütern gesegnet. Alles dies ist der Bibel treulich nacherzählt — bis auf wenige Punkte. Zunächst fällt die Identität von lob und Jobab auf, die aber leicht erklärt werden kann. Der Verfasser des biblischen Gedichtes hat offenbar, *) Da ־'Agiözeag, die gewöhnliche Form des Hamens, durch vier codd. empfohlen ist und diplomatisch zwischen beiden Formen kein Unterschied besteht, mag sie hier stehen bleiben, obgleich mit JC und B im griech. Text ’AgiGzedccg zu schreiben ist.