Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1875-01-01 · 1875 · page 33

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2720904-2720963--032-2722828
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

135 die Samaritaner, deren Ansichten Epiphanios gerade an dieser Stelle vorher und nachher berichtet, und die auch unmittelbar nachher als akkot eingeführt werden. Giebt er aber später an, die Samaritaner hätten Melchisedek mit Sem für identisch erklärt, so verwechselt er hier, wie schon Petavius (z. St.) angenommen hat, jene mit den JudäerfL Diese Annahme ist schon darum nicht abzuweisen, weil nur nach dem jüdischen Bibeltexte Senfs Lebenszeit mit der Melchisedek’s zusammentrifft, während nach dem Pentateuch der Samaritaner Sem Jahrhunderte vor Abraham’s Geburt gestorben ist. Gab es also unter den Samaritanern einige, welche in Herakles den Vater Melchisedek’s erblickten, so konnte er auch mit den Nachkommen Abraham’s nach Libyen ziehen, was Malchos erzählt, und was wiederum mit vielfachen phönikischen und griechischen Sagen über die Züge des Herakles in engem Zusammenhang steht״־*). — Auch die übrigen Angaben des Malchos finden sich ihren Elementen nach bei späteren griechischen Schriftstellern wieder. Wie bei Malchos Apher, ein Bruder Assur’s, Afrika seinen Namen giebt, so erscheint bei Johannes Antiochenos (IV 541, 3 Müll.) Aphros, ein Sohn des assyrischen Nimrod-Kronos, als Stammvater der Afrikaner. Noch entschiedener ist die bisher übersehene Uebereinstimmung zwischen Malchos und einem Fragment aus König Juba’s libyscher Geschichte (bei Plut. Sertor. c. 9). Malchos erzählt, Herakles habe mit einer Enkelin Abraham’s auf seinem Zuge nach Libyen gegen Antäos Diodoros, den Vater des Sophon oder Sophonas, den Stammvater der Sophaker, erzeugt. König Juba aber wird selbst ein Nachkomme dieses Diodoros genannt (bei Plutarch das.); Diodoros soll, wie bei Malchos der Vater, so bei Juba der Sohn des Sophax gewesen sein, und Herakles soll ihn nach Malchos, oder den Sophax nach Juba, auf seinem Zuge gegen Antäos erzeugt haben. Unverkennbar ist, dass Juba, der etwa 50 Jahre nach dem Polyhistor lebte, der durch seine jüdische Gemahlin mit jüdischen Schriften und Sagen und durch das Herodische Haus, das mit Samaritanern gern liebäugelte, auch mit diesen bekannt sein konnte, unmittelbar oder mittelbar Malchos’ Geschichts- *) Diod. I 17. 21. 24. IV 29. V 15; Pausan. X 17; Sallust. lug. c. 18; Movers a. a. 0. S. 45. 48. 54. 155. 826. 386. Vielleicht ist aus einer Ideenverbindung־ wie der obigen die Angabe des Tacitus geflossen, dass Judäer aus der Insel Kreta vertrieben, das äusserste Gebiet Kordafrikas besetzt haben zu der Zeit, 'als Satur־ nus durch Zeus verdrängt zu regieren aufgehört habe5 (hist. V 2).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.