Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
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134 tiochos Epiphanes eine Beisteuer zum Feste des Götzen nach Tyros geschickt wurde (II MB. 4, 19), so weihen ihm in derselben Zeit die Samaritaner ihren Tempel auf Garisim. Denn kein anderer Gott als der bald Zeus, bald Herakles genannte Baal-Moloch kann unter dem Zsvg Bsviog (H MB. 6, 2), den Josephus Ant. XII 5, 5 fälschlich zum Zeig Elfayviog macht, verstanden sein, da nach dem Zeugnisse gerade des Josephus (das.) nicht als Hellenen, sondern als Phöniker die Samaritaner damals gelten wollten, und dieser Beiname dem lyrischen Götzen häufig beigelegt worden ist (MoversPhöniz. 142. 305). Auf Hinneigung zu heidnischen Culten deutet ferner die abgöttische Verehrung, welche, wie Epiphanios (haer. 55. II 517 Dind.) bezeugt, in Sebaste der Tochter Jephta’s noch im vierten Jahrhundert geweiht wurde, gewisse Darstellungen des samaritanischen Tempels auf Münzen aus römischer Kaiserzeit (Mionnet Descr. d. med. V 513 f. Suppl. VHI 356 f.), endlich der Beiname des &8bg vxpictxog, den Eupolemos und Marinos ihrem Gotte gaben und als dessen Incarnation Simon der Mager erscheinen wollte (s. Movers I 79. 558). Endlich liefert Epiphanios (a. a. 0.) ein ausdrückliches Zeugniss, dass wahrscheinlich die Samaritaner Herakles in die Zeit Abraham’s setzten, indem sie dem Melchisedek Herakles zum. Vater, die Astarte zur Mutter gaben (sitcov 68 xivsg *HqccxXccv xivct xalelö&cu xov avxov (sc. xov M8X%1Ge6&x) Traxeoa, {M]T€Qa öd A<XxaQ&, xx\v 67j xai 3'Aöx0Q1avi)v). Unter den xivsg, als deren Meinung diese auffallende Lehre von Epiphanios mitgetheilt wird, können nicht Heiden verstanden sein, die den Melchisedek der Bibel nicht kannten und auf deren Ansichten Epiphanios nicht eingeht, nicht Christen, die Melchisedek vater- und mutterlos geboren werden lassen (Hebräerbr. 7, 3f.), nicht Judäer, denen eine derartige Anerkennung phönikischer Gottheiten in später Zeit fern lag und die Melchisedek entweder mit Sem identificiren oder ihm eine sehr niedrige Herkunft zuweisen, indem sie ihm eine Dirne zur Mutter geben־*) (Beer Leben Abraham’s S. 144 f.): essindallein '״') Joh. Antioclienos (IV 546, 11 Miill.) und andere ekklesiastische Schriftsteller erzählen noch eine andere Sage, wonach er von Sidos, einem Sohn Aegyptos’, Königs von Libyen, abstammen soll (s. Suidas s. v. MsX%L6s8sn). Auf die als böswillige Verläumdung verschriene Nachricht des Talmuds, Samaritaner hätten das Büd einer Taube verehrt (Chulin 6 a), dürfte dem Obigen zufolge mehr Gewicht gelegt werden, da die Taube im phönikischen Cult der Semiramis-Astarte als stehendes Symbol erscheint (Movers Phöniz. I 632).