Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
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133 erwarte (4, 46. 14, 41). Dass unter Artaxerxes I. die Prophetie erloschen sei, giebt auch Josephus an (c. Ap. 1 8), und scharf scheidet er (das.) und andere Schriftsteller, wie der Enkel des Sirachsohnes zwischen prophetischen und nichtprophetischen Büchern der Schrift. Nun fehlt es allerdings in nachbiblischer Zeit nicht ganz an prophetischen Stimmen und Vorhersagungen (Jos. Ant. XI 8, 4. XTH 10, 3. 7. 11, 2; b. J. HI 8, 9. vgl. Bab. Batr. 12 a), und auch falsche Propheten tauchen hie und da auf (Jos. Ant. XXI 5, 1; b. J. VI 5, 2); aber erst aus der Mitte der vom Judenthum abgefallenen Secten wird der Anspruch auf wahres Prophetenthum wieder erhoben, so von dem jungen Christenthum*), so von den Samaritanern, wie die Geschichte des Magers Simon und des Sectenstifters Dostai beweist. Zu diesen wird man daher mit grösserer Wahrscheinlichkeit auch den Propheten Malchos rechnen, als zu den Judäern. Doch wollte man selbst den unwahrscheinlichen Fall annehmen, dass ein judädscher Hellenist später Zeit den ständigen Beinamen des Propheten geführt habe, so ist es doch unglaublich, dass Judäer einen Schriftsteller, der sich wie Malchos der Vermischung heidnischer mit biblischen Ueberlieferungen schuldig gemacht hatte, für einen Propheten gehalten haben sollten. Wie wenig anstössig aber ein solcher Synkretismus bei samaritanischen Hellenisten ist, haben wir durch Pseudo- Eupolemos und Theodotos erfahren (S. 92 f.), und der 'Prophet* Simon hat sich eines ähnlichen und noch schlimmeren Synkretismus schuldig gemacht. Noch tiefer führt aber die Anknüpfung der Geschichte Abraham’s an die Heraklessage in echt samaritanische Gedankenkreise. Zunächst darf als wahrscheinlich angenommen werden, dass unter Herakles hier nicht der Sohn Jupiters und der Alkmene, sondern der phönikische Gott verstanden wird, da bei jenem schwerlich an eine Verbindung mit Abraham und den Assyrern gedacht worden wäre. Die Verehrung des tyrischen Herakles aber, das ist nach Movers des als Moloch gedachten Baal, wie sie nachweislich bis tief in die nachchristliche Zeit bestanden hat, ist auch in Samaria selbst in griechischer und römischer Zeit nicht ganz erloschen. Wie sogar von dem heidnisch gesinnten Theile des judäischen Volkes unter An- *) I Kor. 12, 28 f. 14, 29 f. Eph. 3, 5. 4, 11. Apokal. 1, 3. 16, 6. 18, 20. 22, 9. AG. 11, 27 f. 13, 1. 15, 32. 21, 9f.