Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
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132 Erklärt Ewald ihn nun aber c diesem Namen zufolge3 für einen Phöniker, Herzfeld für einen Syrer, so ist dagegen zunächst einzuwenden, dass es schwerlich in der Zeit vor Alexander Polyhistor einen phönikischen oder syrischen Schriftsteller gegeben haben wird, der wie Malclios die Bibel benutzte 13. Geradezu unglaublich aber erscheint, dass ein Phöniker, Syrer oder überhaupt ein Heide angenommen haben sollte, Assyrien, Afrika und einige Völkerschaften Libyens seien nach den Nachkommen Abraham’s benannt worden, zumal wenn man bedenkt, welch hohen Werth man im Alterthum der Abstammung eines Volkes beilegte, wie oft der patriotische Stolz so vieler alten Schriftsteller sich beeiferte, die eigenen Ahnen als Stammväter mächtiger Völker hinzustellen, und wie feindlich gesinnt gerade Phöniker und Syrer den Juden sich immer erwiesen haben (Jos. Ant. XIV 12, 3—6. b. J. I 4, 3. H 18. c. Ap. I 13). Malchos kann aber seine Ansicht über die Abstammung der Assyrer und Aphrer nicht unbefangen und ohne Nebenabsicht dem biblischen Bericht (Gen. 25, lf.) nacherzählt haben, da sie nur gewaltsam aus diesem herausgedeutet worden ist; denn die Bibel will daselbst mit den Namen Assurim, Epha und Epher offenbar nicht Vorfahren der Assyrer und Libyer, sondern arabischer Stämme bezeichnen. Sehr nahe liegt dagegen die Vermuthung, dass wie Pseudo-Eupolemos (oben S. 97) so Malchos die Vorfahren seines eigenen Volkes zu adeln glaubte, wenn er die Assyrer von Abraham abstammen liess. Dass ferner bei der Hinneigung der Samaritaner, wenigstens eines Theiles derselben, zu heidnischem Wesen, wie dieselbe oben (S. 92f.) nachgewiesen worden ist, sie nicht zu scrupulös gewesen sein werden, einen den Judäern missfälligen, weil an Götternamen anklingenden, Personennamen ihren heidnischen Nachbarn zu entnehmen, dürfte keine zu kühne Annahme sein, wenn dieser Name auch in den geringen Resten der älteren samaritanischen Geschichte uns sonst nicht begegnet. Auch der Name 0Prophet3, der Malchos gegeben wird, zeugt gegen judäische Abkunft; denn es findet sich nach Maleachi Niemand, dem er als ständiger Beiname von Judäern beigelegt worden wäre. Schon die späteren Psalmen beklagen den Untergang des Prophetenthums (74, 9; vgl. Cant. 3 puer. 14). Das erste Buch der Makkabäer berichtet, dass in langer Zeit kein Prophet aufgetreten sei (9, 27), und dass man erst von der Zukunft einen wahren Propheten