Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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131 nnd Römern nicht bloss an Priester und Seher, sondern auch an Dichter und Künstler,* ja selbst an Staatsmänner und Gelehrte verliehen (s. Pauly Real-Enc. s. y. vates): er beweist daher nicht das mindeste für die Abstammung des Malchos. Gegen die griechische Abkunft des Mannes aber entscheidet der Name Malchos selbst, der bei geborenen Griechen nicht angetroffen wird; denn der einzige griechische Schriftsteller dieses Namens, von dessen byzantinischer Geschichte ziemlich umfangreiche Fragmente erhalten sind, ist nach Photios (cod. 78) im palästinischen Philadelphia geboren. Erscheint aber neben dem semitischen noch der griechische Name Kleodemos bei unserem Schriftsteller, so ist gerade hierin die in alexandrini־ scher Zeit gäng und gäbe Sitte des Orients zu erkennen, die bei Syrern und Aegyptern, Phönikern imd Karthagern sich findet, der auch die Zeitgenossen der Hasmonäer und ihre Nachkommen sich fügten, wie die Begleiter und Nachfolger Jesu’s, und die noch in späterer Zeit einem anderen Malchos den wohlbekannten Namen des Porphyrios gegeben hat. Wenn also ein Semite, war Malchos ein Judäer oder ein Samaritaner? Volle Gewissheit hierüber ist nicht zu erreichen, wahrscheinlich aber ist das letztere. Der Name Malchos zunächst ist ebensowenig jüdisch, wie griechisch. Während uns in biblischen Schriften noch מלוך (Malovy oder Maboy LXX I Chr. 6, 29 (44); Neh. 10, 4. 27), מלבם (Mib/az LXX I Chr. 8, 9) begegnen, verschwinden diese und ähnliche, an die Götzen der kanaanitisch-phönikischen Völker erinnernde Namen in späterer Zeit fast vollständig, obgleich man sonst dergleichen Namen nicht ängstlich vermied (Zunz Namen d. J. S. 6. 34). In keinem der apokryphischen Bücher, bei keinem der jüdisch-hellenistischen Profanscribenten finden sich diese Namen für Judäer gebraucht, und wenn bei Josephus (Ant. XIV 5, 2 und oft) ein MdX1%og auftritt, so ist doch dessen Herkunft vollständig unbekannt. Auch in der fast unübersehbaren Reihe von Namen, welche die beiden Talmude aufführen, erscheint nur Ein מלוך, aber als Araber (Frankel Einl. in d. jer. T. S. 114). Wie selten bei Juden; so häufig findet sich dagegen der Name bei Syrern, Phönikern und Arabern, wie aus Josephus und einer Reihe von In- Schriften bekannt ist. Darum haben denn Ewald (Gesch. VH2 80 Anm.) und Herzfeld (Gesch. HI 575) mit vollem Rechte die Annahme zurückgewiesen, Malchos sei ein Grieche oder ein Judäer gewesen. 8*