Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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130 im Volksleben selbst entspräche. Und dass dies hier der Fall ist, dass es in Palästina Männer genug gab, die, Hellenisten wie Eupolemos, doch der Patriotenpartei mit Ueberzeugung angehörten, beweisen die zahlreichen Gesandtschaften, welche im Dienste der nationalen Sache an griechisch sprechende Fürsten und Völker gingen, und welche Mittelspersonen voraussetzen, die der griechischen Sprache mächtig, also hellenistisch gebildet waren. So wird denn das Angeführte im Verein mit dem über Eupolemos’ Schrift Erwiesenen vielleicht genügen, die jetzt geltenden Vorstellungen, dass jeder palästinische Hellenist ein Vaterlandsverräther und jeder palästinische Patriot ein Feind hellenischer Bildung gewesen sein müsse, wesentlich zu berichtigen. Malchos-Kleodemos, der samaritanische Geschichtschreiber. Nicht mehr als etwa acht Zeilen sind uns durch Josephus (Ant. I 15) und Eusebios (pr. ev. IX 20) aus der Schrift eines Malchos oder Malclias, wie der Name bei Eusebios lautet — Kleodemos ist sein griechischer Beiname —, aufbewahrt worden. Wir dürfen nicht hoffen, in diesen wenigen Zeilen, welche von drei Söhnen Abraham’s undKetura’s und ihrer Verbindung mit Herakles berichten, genügenden Aufschluss über die persönlichen Verhältnisse des Verfassers zu finden. Man hat bisweilen schon aus der Thatsache, dass Malchos über jüdische Dinge in griechischer Sprache schreibt, schliessen wollen, er müsse ein jüdischer Hellenist gewesen sein. Dieser Schluss ist aber ungerechtfertigt. Denn da der Polyhistor über die Geschichte der Juden ebensowohl heidnisch-griechische und samaritanisclie, wie judäische Schriftsteller befragt hat, darf Malchos von vornherein mit nicht grösserem Rechte zu den letzteren, als zu den ersteren gerechnet werden. Nicht minder voreilig wäre es, aus den! Beinamen des Propheten, der ihm nach Alexander’s Zeugniss bei Josephus und Eusebios gegeben wird, zu folgern, dass er dem hebräischen, als dem wahren Prophetenvolke angehört haben müsse. Denn der Glaube an Seher und Propheten, Orakelwesen und Weissagung jeder Art hat bei.den Griechen nicht minder tiefe Wurzeln geschlagen, als bei den Hebräern und ist bei jenen kaum weniger verbreitet im' Zeitalter des Polyhistors und in den folgenden Jahrhunderten, als in der sagenhaften Zeit eines Epimenides. Geradezu verschwenderisch wird darum auch der Beiname eines C7r00c/^׳r?/c, fnavrrg. vatesכ von Griechen