Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
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126 nach einem syrischen, hier nicht nach einem ägyptischen Könige datirt haben, was Eupolemos in dem eben besprochenen Fragment thut. Er muss also in einem Lande geschrieben haben, das nach Aegypten wie nach Syrien zugleich zu blicken gewohnt war, also doch wohl in Palästina, an das wir bei einem Judäer zunächst denken müssen, wenn jene Länder ausgeschlossen sind. Hierhin weisen uns denn auch verschiedene andere Anzeichen: zunächst einige Maass- und Mimzbestimmungen. Denn nach koqol und aUXa rechnet Eupolemos (c. 33. 34), aber doch wohl kein Aegypter oder Kleinasiate. Auf dem Boden Palästinas dagegen haben sie ihre Be~ rechtigung. Eupolemos ist überhaupt — wie nachgewiesen werden konnte — des Hebräischen nicht ganz unkundig und hat ausser den LXX den hebräischen Text der Bibel benutzt. Das lässt sich von keinem der nichtpalästinischen hellenistischen Schriftsteller behaupten und ist in ganz ähnlicher Weise nur noch bei Josephus nachzuweisen, der, ein geborner Palästiner, in den Schulen seines Vaterlandes genug Hebräisch gelernt hatte, um neben der griechischen Uebersetzung auch den Urtext der Bibel zu Rathe ziehen zu können. Aus der Entfernung von Aegypten erklärt sich ferner der sonst auffällige Umstand, dass Eupolemos nach Jahren des Ptolemäos Physkon zählt, der im Jahre 158 nur noch überKyrene herrschte•, in Aegypten würde Eupolemos sicherlich nach Jahren des Philometor gerechnet haben. Endlich weist auch der Stil der Schrift darauf hin, dass ihr Verfasser nicht unter einer rein griechischen Bevölkerung, sondern in einem Lande lebte, dessen Muttersprache ein nichtgriechisches Idiom war. Aus der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts findet sich keine andere ausserhalb Palästinas abgefasste Profanschrift, deren Gräcität so viel Blossen zeigte, wie die des Eupolemos. Dass dagegen in Palästina auch die hellenistisch Gebildeten die griechische Sprache nie bis zur vollständigen Beherrschung des Ausdrucks sich angeeignet haben, bezeugt, wenn auch mit arger Uebertreibung, Josephus (Ende der Alterthümer), lehrt sein eigener holpriger Stil, wo griechische Freunde ihn nicht gefeilt haben, beweisen auch die zwei Jahrhunderte nach Eupolemos schreibenden palästinischen Autoren, deren ungelenke und über die Maassen incorrecte Schreibweise wir im neuen Testament antreffen. — Stehen nun diese Erwägungen über Lebenszeit und Heimath des Eupolemos auf sicherem Grunde, so gewinnt auch eine Vermuthung an Wahrscheinlichkeit^