Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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125 durch ein wichtiger Beweis dafür gewonnen, dass dieser nicht später als um die Mitte des zweiten Jahrhunderts abgefasst ist, wie denn auch Aristobul ihn gekannt zu haben scheint, was, freilich bedingter Weise, auch Hody (Bibi. text. p, 50), Nöldeke (Altt. Lit. S. 115) und Andere anerkennen. Allerdings zeigt der Anfang des Briefes (21, 23) auffallende Aehnlichkeit mit der lateinischen Formel S. Y. B. E. Wäre nun Cobet’s Annahme ^Egßjjg I 178) richtig, dass diese Worte römischen Briefen entlehnt sein müssen und bei keinem griechischen und auch wohl bei keinem anderen jüdischen Schriftsteller anzutreffen seien, so wäre man versucht, die Abfassungszeit der Aristeasschrift nicht über die Zeit des Pompejus hinaufzurücken. Aber Nichts nöthigt uns hierzu; denn dieselbe Formel findet sich schon in einem allgemein als echt geltenden Schreiben Antiochos’ des Grossen und ist ungemein häufig in Briefen ägyptischer Hellenisten ־*). Die Schrift des Eupolemos scheint weder in Aegypten, noch im eigentlichen Syrien ab gefasst zu sein; dort würde der Verfasser nicht *) Antiochos5 Brief (Jos. Ant. XII 3, 4; Ewald IV3 369) beginnt: si sqqgjscu, sv av e%ol} vytodvco 88 ncd avx0g. Cobet hat ferner übersehen: Jos. Ant. XIII 5,8־, II MB. 9. 20.11,28; III MB. 3,12 f. 7,1 f. und Pap. Brit. 185 Yat. A: Par. 32, 42,43, 44, 45, 46, 63, die sämmtlich ungefähr aus der Zeit stammen, in der unserer Annahme zufolge der Aristeasbrief abgefasst ist. — Mit Unrecht hält ferner Cobet (p. 181) istcda^ßavcü statt 71 vv^avo^iai (Aristeas 68, 22) für einen Latinismus denn es findet sich in derselben Bedeutung oft bei ägyptischen Hellenisten des zweiten Jahrlmnderts: Pap. Taur. 1 22. 1 634. 2, 28*, Par. 15 * 119. 15 2 34: s. Peyron zu P. T. I 91. Bei jüdischen Hellenisten ist diese Bedeutung des Wortes nicht minder häufig (vgl. II MB. 4, 21. 11, 6. 13, 10 und sonst), und erinnert hier an קבל, in welchem ebenfalls die Bedeutungen 'empfangen’ und 'hören’ sich vereinigen. — Auch die übrigen Beispiele für die unsaubere, halbbarbarische Sprache des Aristeas ('EQLirjg das.) sind schlechter gewählt, als man von dem grossen holländischen Philologen erwarten sollte. TtagccvccyLyvcooxsiv im Sinne einfachen Voriesens findet sich Pap. Taur. 1 3 20. 1 3 23. 1 4 32. 1 5 25 5 aber auch Apollod. II 4, 9. Polyb. II 12, 4. III 21, 5 und in anderen der n01vr\ ungehörigen Schriften, rccgax^v XapßavG) konnte Aristeas sogut sagen, wie Sophokles (0. C. 729) cpoßov L, Euripides (Suppl., 1050) und Demosthenes (743, 22) 6gyr\v X.\ Xenophon (Kyrop. IV 6, 7) iX7ti8a X. schreiben. Xiav ohne tadelnde Nebenbedeutung belegen alle grösseren Wörterbücher (vgl. auch Pap. Par. 42, 3). — Dass gegen die hier versuchte Zeitbestimmung der Hinweis auf den Brauch des Händewaschens vor dem Gebet die Aristeasschrift nicht in nachchristliche Zeit hinunterrückt (Graetz Gesch. III2 441), und dass die sehr wirre Stadtbeschreibung (32, 10 f.) zur Fixirung der Abfassungszeit nur insoweit zu verwerthen ist, als es Ewald tliut (IV3 615). kann hier nicht weiter ausgeführt werden.