Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2720904-2720963--019-2722815- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
122 heit zwischen denselben: die Sprache der Fragmente ist viel correcter als die der Briefe; grobe Verstösse, wie sie in den Briefen in Hülle und Fülle sich zeigten, finden sich in jenen nicht. Entscheidet dieser Umstand allein gegen die angenommene Identität ihrer Verfasser? Gewiss nicht. Denn es darf nicht übersehen werden, dass die Briefe allein in ihrem ursprünglichen Wortlaut vorliegen, während die Fragmente fast durchweg in indirecter Bede mitgetheilt, also ihrer Form nach überarbeitet worden sind. Es kann aber nicht auffallen, dass Alexander in seinen Excerpten wenigstens die ärgsten Unebenheiten zu glätten suchte, dass diese daher nach ihrer stilistischen Seite viel weniger Anstoss erregen, als die wortgetreu abgeschriebenen Briefe. Im Uebrigen lässt sich leicht beweisen, dass Alexander wenigstens einen grossen Th eil des vorgefundenen Wortvorraths in seine Bearbeitung aufgenommen hat. Es fehlt in derselben nicht an Incorrectheiten und Hebraismen, die nur., dem Judäer Eupolemos, nicht aber dem im kleinasiatischen Griechenland geborenen Polyhistor zuzutrauen sind*). Häufig blickt durch die Bearbeitung Alexanders die von Eupolemos benutzte Bibelübersetzung durch — ein unwiderleglicher Beweis für die Unversehrtheit des ursprünglichen Textes an diesen Stellen. Dasselbe geht hervor aus der Uebereinstimmung, die zwischen Briefen und Fragmenten in der Form der Namen und dem Gebrauch anderer hervorstechender Worte besteht. Hier wie dort finden wir die Formen 20vqwv für Eigauog (447b. 451 d), Ova(pQ7jg (oft), Jaßlö, SoXopcov (oft), rcdaSnig (449a. 454c), *lovdccToi statt *Eßqaioi (oft); hier wie dort werden Falvkaia und 2a[1ctQ€1x1g zusammen genannt (449 a. 454c), erscheinen Tyrier und Sidonier oder Tyrier und Phöniker zugleich am Tempelbau betheiligt (447 c. 449 c. d); liier wie dort wird nach Artaben und Metreten oder Metra gerechnet (449a. 451 d), und an beiden Orten werden diese Maasse zur Erklärung alter hebräischer Maasse angewendet. Das aber sind Dinge, die grossentheils viel zu kleinlich sind, als dass absichtliche Gleichmacherei sie zugleich in die Briefe und die Fragmente hätte hin ein tragen können, *) So £vloco für 'mit Holz bekleiden5 (450a); blondqucoGig (451b) für 'Opfer5, dessen sich übrigens auch der pliönikische Hellenist Philon (bei Enseb. pr. ev. I 10. 38d) bedient hat; so ferner 6%r\vr\ xov {1c:qtvqlov (450c), sv8£6^10g für 'Anbau5 (450 a), alles dies nach den LXX gewählt. Incorrect ist ferner 81-nxvg für dinxvov (451a) und Aehnliches.