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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1875-01-01 · 1875 · page 15

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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IRI
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117 und von den Phönikern zu den Griechen gelangt sei. Das hat er sicherlich nicht zuerst ersonnen; denn es ist eine bei jüdischen Hellenisten weit verbreitete Sage, dass die Juden — und insbesondere Moses — die Lehrer der Griechen gewesen seien*). Uebrigens ist Eupolemos zurückhaltend genug, Moses nicht die Erfindung, sondern nur cdie Mittheilung* der Buchstaben an die Hebräer zuzuschreiben, und er verdient schon darum nicht den bitteren Spott, mit dem Cobet CEgfirjg Xoyioc. I 169) ihn um dieser Angabe willen überschüttet. Denn dass das Alphabet aus dem Orient durch Vermittelung der Phöniker zu den Griechen gekommen sei, leugneten diese selbst nicht (Herod. V 58; Jos. c. Ap. I 6), und bei der Uebereinstimmung des griechischen und hebräischen Alphabets durfte ein jüdischer Hellenist seinem Volke mit ebenso gutem Rechte einen Antheil an der Verbreitung desselben zuschreiben, wie es in neuerer Zeit aus streng wissenschaftlichen Gründen Hitzig (Die Erfindung des Alphabets), Olshausen (Ueber den Ursprung des Alphabets) und Andere gethan haben. Doch selbst wenn Eupolemos’ Angabe eine unbegründete Fabelei ist, so sündigte er und seines Gleichen nicht mehr, als Aegypter, Babylonier, Phöniker, Syrer und andere orientalische Völker, die den Griechen nicht oft genug einschärfen konnten, sie und sie allein seien die Erfinder der Handwerke, Künste und Wissenschäften, ein• Vorgeben, für das die Schriften Manetho’s, Berossos’, Philon’s des Bybliers, ebenso zahlreiche Belege liefern, wie die griechischer und römischer Schriftsteller. Ja im Vergleich mit den gewaltsamen Versuchen, die Ursprünge alles Griechischen auf den Orient zurückzuführen, wie sie uns nicht bloss bei den genannten Geschichtschreibern, sondern auch bei Herodot, Platon, Diodor, Plutarch, Plinius und zahlreichen anderen Schriftstellern begegnen, sind die gleichartigen Bestrebungen jüdischer Hellenisten wahre Muster kindlicher Bescheidenheit. — Auch sonst sehen wir Eupolemos’ Angaben in voller Uebereinstimmung mit anderweitigen Berichten. Salomo soll dem Chiram eine goldene Säule geschenkt haben, welche dieser dem tyrischen Zeus weihte. Aehnliches finden wir bei Menander, Dios (Jos. c. Ap. I 17. 18) und Theophilos (Euseb. pr. ev. IX 34. 451 d), sodass denn Movers diese Erzählung des Eupolemos für *J Artapan Eus. pr. ev. IX 27. 432 a; Aristobul das. XIII 12. 667 d; Jos. Aut. I 8,2. c. Ap. 122. II 16.39. Umgekehrt lehrt Philon, dass Moses von den Griechen belehrt worden sei II 84.

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