Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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116 wesen wäre, wie denn aus demselben Grunde Thenius (zu I Kön. 8, 22) sie selbst nur 11/2 Ellen hoch sein lässt. Er nimmt für die geschlachteten Opferthiere sehr bescheidene Zählen an (451c) in offenem Widerspruch mit der Bibel (I Kön. 8, 5; II Chr. 7, 5), und auch die ungeheuren Summen Erzes verringert er (451 c) gegen I Chr. 22, 14f. und im Widerspruch mit seinen eigenen übertreibenden Angaben über das auf die einzelnen Geräthe verwendete Material. — Zahlreich sind die Fälle, in denen Eupolemos die biblischen Berichte nach den Eingebungen der eigenen Phantasie erweitert und ausschmückt. Er giebt Thatsachen an, über die bei dem Schweigen jeder geschichtlichen Ueberlieferung auch die leiseste Yermuthung verstummen müsste; er beschreibt Geräthe und Einrichtungen des Tempels, deren die Bibel gar nicht gedenkt, so umständlich, als ob er der Baumeister gewesen wäre oder den Grundriss selbst gezeichnet hätte. Das Verfahren bei der Vergoldung der Tempelwände (450 a), die Gestalt und das Gewicht der verwendeten Nägel und Klammern (das.), die Beschaffenheit des Tempeldaches (450 b), das Gewicht der Leuchter (das.), die Art der Geschenke, welche Salomo den in ihre Heimatli entlassenen fremden Arbeitern gab (451 d), alles das und vieles Andere weiss er ebenso genau, wie er in den Briefen die Nomen kennt, aus denen Uaphres seine Mannschaft aushob (448 c), und die Landschaften, welchen die Lieferung der Lebensmittel oblag (449 a). — Eigene oder fremde Vermuthungen über die Chronologie der biblischen Zeit werden als sichere Thatsachen hingestellt. Eupolemos versucht es eben in derselben Weise wie andere hellenistische Geschichtschreiber, die Zeiträume vom Ursprung der israelitischen Geschichte bis auf seine Zeit herab zu bestimmen 12, und wo die Kette der chronologisch gesicherten Daten Lücken aufweist, da fügt er, wie alle diese Chronologen, neue Glieder von oft sehr zweifelhaftem Werthe ein. So weiss er, dass Josua 30, Saul 21 Jahre die Herrschaft geführt haben (447 a), ohne durch die Bibel zu diesen Angaben berechtigt zu sein. Von diesen vielfachen Erdichtungen mag nun Manches unter dem Einfluss der angegebenen Gründe der blossen Lust am Fabuliren sein Entstehen verdanken; Anderes aber geht offenbar auf ältere Sagen oder Ueberlieferungen zurück. Eupolemos berichtet (fr. 1), dass Moses der erste Weise gewesen sei, der den Hebräern die Kunde der Buchstaben gebracht habe, die von ihnen zu den Phönikern