Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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115 zufolge hat David Philistäa, Ammon, Moab, Edom und einen Theil Syriens überwunden, aber mit dem Könige von Tyros in steter Freundschaft gelebt (I Kön. 5, 15), und von einem Krieg mit Arabern ist nirgends die Rede. Dagegen berichtet Eupolemos auch von der Unterwerfung König Suron’s, sowie assyrischer und arabischer Stämme (447b f.), offenbar weil nach Psalm 83, 7 cIsmaeliten und Hagrim, Peleschet und Bewohner Tyros* Israel bekämpft haben und 'auch Assur sich ihnen gesellte*. Die Voraussetzung ist hierbei, dass Eupolemos diesen Psalm als Davidisch ansah, was keine Schwierigkeit hat, da bekanntlich in der talmudischen und hellenistischen Litteratur die ganze Psalmensammlung David zugeschrieben wurde*). In diesen Fällen nun ist das Bestreben, die Machtfülle der alten israelitischen Könige mit möglichst glänzenden Farben zu malen, nicht zu verkennen, wie denn auch Josephus auf David und Salomo hinweist, um die einstige Grösse seiner Nation den Hellenen zu erweisen (c. Ap. II 11). Doch kann Eupolemos hier wenigstens seine Lust an Uebertreibungen durch die angeführten poetischen Stellen der Bibel vertheidigen; nicht selten aber ist er durch seine Vorliebe für möglichst grosse Zahlen und möglichst glänzende Schilderungen zu der Bibel geradezu widersprechenden Angaben verleitet worden. Alle Quellen — hebräischer Text der Königsbücher und der Chronik, LXX und Josephus — geben dem Tempel eine Breite von nur 20 Ellen; bei Eupolemos (449d) ist er 60 Ellen breit1l. Der Bibel zufolge hatte das eherne Meer einen Durchmesser von mm 10 Ellen (I Kön. 7, 23. II Chr. 4, 2); nach Eupolemos (450 d) war es 20 Ellen breit und lang. Die. Bibel kennt mm erzene Säulen (I Kön. 7, 15 f.; Jerem. 52, 21); nach Eupolemos (450b) sind sie mit fingerdickem Golde überzogen. Ueberhaupt ist die Masse Goldes eine ganz ungeheure, welche in Eupolemos’ Erzählung auf die Decke des Tempels (das.), die Leuchter (das.) und andere Geräthe verwendet ist. — Im Gegensatz zu diesen stark geschminkten Berichten werden bisweilen biblische Zahlenangaben verringert, um sie glaublicher erscheinen zu lassen. Eupolemos giebt der im Tempel aufgestellten Kanzel, die (nach II Chr. 6, 13) drei Ellen hoch war, nur zwei Ellen (450 d), weil sonst der in ihr Stehende den! Volke unsichtbar ge- *־״) Bab. Batr. 14b. Pessacli. 117a; Cbrysost. prol. in psalm.; August, de eiv. D. XVII 14; Philasti*, de liaer. c. CXXVII p. 269 Fahr. ־::־<־-