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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1875-01-01 · 1875 · page 12

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720963--011-2722807
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114 seiner Schrift durch die Ungenauigkeit und Fehlerhaftigkeit seiner Darstellung sowenig in Frage gestellt, wie die Orthodoxie jener Männer — des Jesuiten und des Oratorianers — durch nicht viel geringere Sünden. Auch würden wir Eupolemo's Unrecht thun, wollten wir annehmen, dass er hloss aus Unwissenheit und Flüchtigkeit geirrt habe. Viele, dem Buchstaben der Bibel widersprechende Angaben sind ersichtlich aus dem Bestreben, Widersprüche des Bibeltextes auszugleichen, hervorgegangen. Wenn nach I Kön. 5; II Chron. 2 erst Salomo das Holz zum Tempelbau auf dem Libanon hat fällen lassen, während nach I Chron. 22 das schon von David gethan war, so beseitigt Eupolemos den Widerspruch durch die Deutung, dass David das Holz habe fällen, .Salomo es vom Libanon nach Jerusalem habe bringen lassen (447 d. 449 d). Hach I Kön. 6, 15 waren die Wände des Tempels mit Cedernholz bekleidet, nach H Chron. 3, 5 mit Cypressenholz. Die LXX übersetzen auch an letzterem Orte $15Xa \ Eupolemos dagegen verbindet beide Angaben und lässt zugleich Cedern- und Cypressenholz verwendet sein (450a). Inden Angaben über die Höhe der Säulen des Tempels sind unlösbare Widersprüche zwischen I Kön, 7, 16, wonach sie mit ihren Capitälen 23 Ellen, und II Chron. 3, 15, wonach sie 40 Ellen hoch waren. Eupolemos vereinigt beides, indem er den Säulen Aufsätze von 20 Ellen Höhe giebt (s. Anm. 12), die somit den Tempel — der nach 450 b eben so hoch wie die Säulen war — um 20 Ellen überragen (451a). Die noch übrige Differenz von 2—3 Ellen lässt Eupolemos unbeachtet, wie wir ihn auch in den Briefen die Zahlen der Bibel abrunden sahen. Demnach hat Eupolemos hier durchaus nicht — wie die Erklärer der Stelle annehmen — eine freie Erdichtung vorgetragen, sondern nur die sehr dunkle biblische Beschreibung der Capitäle des Netzwerks in seiner Weise gedeutet, was schon die wörtliche Uebereinstimmung mit den LXX (II Chr. 4, 12. 13) be־ weist. Eupolemos’ Vermuthung über die Höhe des Tempels billigen übrigens auch Bähr (der Salom. Tempel S. 34) und Herzfeld (Geschichte I 492). Abweichungen anderer Art sind wie in den Briefen durch Vergleichung der vorliegenden mit anderweitigen Bibelstellen entstanden. Salomo soll (gegen I Kön. 10, 16; I Chron. 9,16) nicht 500, sondern 1000 goldene Schilde haben anfertigen lassen, weil das Hohelied (4, 4) von soviel Schilden spricht. Den geschichtlichen Büchern

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