Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1875
- Date
- 1875-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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108 der Schwierigkeit, die ägyptischen Könige mit ihren unendlichen Namen im Griechischen oder Hebräischen richtig zu bezeichnen, darf die Möglichkeit nicht bestritten werden, dass Eupolemos oder wer sonst diese Briefe verfasst hat, in seinen Quellen einen König ähn־ liehen Namens, der Zeitgenosse des Salomo sein konnte, vorgefunden habe: ein blosses Phantasiestück scheint aber der Inhalt dieser Briefe zu sein. Denn es beweist doch nur die traurige Gedankenöde des Verfassers, dass nicht bloss der Brief Salomo’s an Uaphres ein blosser Abklatsch des an Chiram gesendeten ist, sondern dass auch Uaphres sich der -Worte Chiram’s bedient. Und nur als Zeugniss für die Frechheit der Erfindung erscheint es, wenn die Zahl der dem Salomo gesendeten Arbeiter genau nach den Nomen, denen sie angehören, angegeben ist (c. 32). — Doch wie Vieles auch Eupolemos in den Briefen frei erdichtet haben mag, Einzelnes ist jedenfalls aus Vergleichung und agadischer Deutung von oft ziemlich entlegenen Bibelstellen hervorgegangen. Er macht Chiram, den König von Tyros, zum Beherrscher von Sidon und ganz Phönikien, weil nach I Chr. 22,4 auch Sidonier beim Tempelbau thätig waren; diese aber konnten, wie Eupolemos vermutliete, nur von Chiram entsendet, mussten ihm also unterthänig sein. Dass Araber bei der Lieferung von Lebensmitteln für den Tempelbau sich betheiligten (c. 33), deutete er vielleicht auf Grund von LXX Ps. 72, 10, wonach arabische Könige dem Salomo Geschenke bringen. Nicht mehr und nicht weniger als 160,000 phönikische und ägyptische Arbeiter werden dem Salomo gesendet, weil (nach I Kön. 5, 29; H Chr. 2,17) 153,300 oder 153,600 Fremde ihm frohndeten: 160,000 ist also bloss eine Abrundung dieser Zahl. Bei diesen seinen Erzählungen und Deutungen hat sicherlich der Text der LXX dem Eupolemos Vorgelegen, wie schon die genau mit den LXX übereinstimmende Eulogie im Munde des tyrischen Königs (c. 34) und andere Entlehnungen erweisen. Doch ist es nicht unwahrscheinlich, dass er ab und zu auch einen Blick auf den hebräischen Text geworfen hat. Nur aus dem hebräischen חורם, nicht dem XsLQaja oder Xlgafji der LXX konnte er die Form 20vqojv bilden, und auch wenn der Name aus צור entstanden ist, wie Sgambatus bei Fabricius (cod. pseud. v. t. p. 1022) vermuthet, liegt das hebräische Wort, nicht das griechische Tvqioq der neugebildeten Form zu Grunde. Wenn Eupolemos ferner berichtet, Salomo habe Chiram 10,000 xoqoi Weines zu liefern versprochen, und hinzufügt, 'ein