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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1875-01-01 · 1875 · page 5

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1875
Date
1875-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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IRI
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107 wie es die alte Geschichtschreibung überhaupt bebt, Reden, Verhandlungen und selbst Actenstticke nicht in ihrer authentischen Fas־ suug mitzutheilen, sondern ein zum Ganzen stimmendes Gepräge ihnen aufzudrücken. Aber während Josephus den Gesammtinhalt der Briefe, den er dem ersten Buche der Könige (5, 17 (3) f.) entnimmt, nicht verändert und nur statt der fremdartigen, ganz hebräisch klingenden Sprache der Siebenzig gefälligere Wendungen wählt, schaltet Eupolemos ganz frei mit Form und Inhalt der biblischen Erzählung. König Chiram, den er Suron10 nennt, ist ihm nicht König von Tyros allein, sondern von Tyros, Sidon und ganz Phönikien (c. 33) — natürlich, weil mit der wachsenden Macht des dem Salomo dienstwilligen Herrn von Phönikien auch die des israelitischen Königs steigt. Salomo will sich an Suron, wie an den ägyptischen König Uaphres nicht aus eigenem Antrieb, sondern auf Geheiss Gottes gewendet haben (das.) — offenbar, damit die heidnischen Könige in Erfüllung eines göttlichen Befehles am Tempelbau mitgewirkt haben möchten. Nicht aus der Bibel, sondern aus eigener Phantasie kennt Eupolemos die einzelnen Länder, welche den phönikischen und ägyptischen Arbeitern die Lebensmittel liefern sollten (das.). Ein übler Anachronismus ist, dass Salomo Samarias, das erst von König Omri seinen Namen empfangen hat, als einer ihm unterthänigen Landschaft gedenkt, und dass er nach Artaben, einem erst viel später aus Persien in Aegypten und Syrien eingeführten Maasse, rechnet (das.), was doch in einem Briefe Salomo’s ganz anders klingt, als wenn etwa der Chroniker (I 29, 7) für die Zeit David’s eine Geldsumme nach Dariken bestimmt. Einige Zahlen hat Eupolemos willkürlich verändert, wenn ihm kein anderer Bibeltext Vorgelegen hat. Er spricht von 10,000 xoooi Wein und Getreide (c. 33) statt der 20,000 xoqoi Getreide und der 20,000 psTQa Wein bei den LXX (H Chr. 2, 9 (10)). Auch fasst er hier als monatliche Leistung, was ohne nähere Bestimmung in der Chronik und als jährliche Lieferung im ersten Buche der Könige (5, 11) angegeben wird. — Den Briefen an.und von Chiram ist der Briefwechsel zwischen Salomo und Uaphres nachgebildet (c. 31—32). Ungeschichtlich ist schon der Name des ägyptischen Königs. Denn die ägyptischen Königslisten verzeichnen einen Uaphres nur in der 26. Dynastie, das ist der Pharao-Chophra der Bibel, der etwa 400 Jahre nach Salomo gelebt hat. Doch bei den vielfachen Lücken und Widersprüchen der Ueberlieferung und 1*

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