Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 102)
- Language
- German
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100 Geschick an das der Stadt geknüpft ist; von den elf Brüdern wird nur berichtet, dass sie geboren sind (427 c). Sichern ist also der Mittelpunkt des Gedichtes, wie Jerusalem der eines anderen, das der ältere Philon, ein Judäer, verfasst hat (c. 20. 24. 34) *). Ist es aber denkbar, dass in hellenistischer Zeit ein Judäer den Preis der feindlichen Hauptstadt gesungen, dass er Sichern mit offenbarem Nachdruck cdie heilige Stadt* (426c) genannt haben würde? Nur bei samaritanischem Ursprung ist das erklärlich, wie hierauf auch die unbiblische Erwähnung von 10 Völkern, deren Land den Kindern Israels gegeben werden solle (428c), hindeutet; denn diese Zahl entspricht den 10 Stämmen des Nordreiches. — Bemerkenswerth und mit dem schon oben erkannten Charakter des samaritanischen Hellenismus durchaus übereinstimmend ist ferner, wenn Theodotos griechische Mythologie mit jüdischer Geschichte mischt: Sichern soll nach Theodotos von Sikimios, eiuem Sohne des Hermes, gegründet sein (426 b), was offenbar auf Verschmelzung von ’Eimoq, dem Vater des mit cEq!jl7]q zurückzuführen ist. Ein Samaritaner scheint ferner der von Alexander (bei Eusebios pr. ev. IX 20) excerpirte Malchos-Kleodemos zu sein, was an seinem Orte nachgewiesen werden soll. — Andere Stücke samaritanischen Ursprungs mögen unerkannt und unerkennbar unter die Schriften judäischer Hellenisten sich verirrt haben, wie z. B. in den Versen der Sibylle (XI 239—242) Ewald (IV3 340) die Hand eines Samaritaners erblickt. Mancher Samaritaner mag, ohne seine Abstammung uns heute kenntlich zu machen, unter griechischem Namen fremde Stoffe bearbeitet haben. So ist der schon oben erwähnte Neuplatoniker Marinos ein Samaritaner von Geburt, und nicht ganz scheint er seiner Herkunft und seines Volkes vergessen za haben (s. oben S. 86). — Auch der ziemlich unbekannte Thallos gehört wohl hierher. Dass er identisch sei mit dem von Josephus (xlnt. XVIII 6, 4) erwähnten Samaritaner dieses Namens, einem Freigelassenen des Tiberius, hat Müller (III 517) vermuthet. Hierzu stimmt, dass er eine Schrift über Syrien (s. Eus. X 10. 489 a) abgefasst, Moses’ als eines sehr alten Führers der Israeliten Erwähnung gethan hat (Just. Mart. coh. 10 a) und auch sonst auf palästinische *) $Ll(0v iv xij 18 xüv itsgl ' Isq0661v{1<x wird IX 24 citirt. Aber dass Philon Jerusalem in 14 Büchern besungen habe, ist unglaublich. Darum ist iv xjj 8 zu lesen; das 1 ist durch Dittographie nach THI entstanden.