Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 100)
- Language
- German
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98 nicht habe beiwohnen können (419 b), für welche Sage Beer die talmudischen Belege giebt (a. a. 0. S. 128). Es wird schwerlich ausgemacht werden können, ob die Deutungen hier oder dort als entlehnte zu betrachten sind. Dagegen tragen die bei unserem Samaritaner, wie bei anderen jüdischen Hellenisten, wie in der tälmudischen Litteratur hervortretenden Schilderungen Abraham’s als des sternkundigen Weisen*־״) so entschieden das Gepräge hellenistischen Ursprungs, dass hier ein Eindringen des historischen Midrasch judäischer Hellenisten in die palästinischen Anschauungen nicht abzuweisen ist. Wichtiger als diese Uebereinstimmung ist es, dass durch Pseudo־ Eupolemos ein unverwerilicher Beleg für die Benutzung der LXX durch Samaritaner geliefert wird. Schon Rauch, der, da er Eupolemos nicht für einen Samaritaner hält, der spruchfähigste, weil unbefangenste Richter ist, hat gerade für unser erstes Fragment nachgewiesen, dass in ausgedehnter Weise die LXX benutzt worden sind, und die von ihm (p. 24) beigebrachten Belege lassen sich vielfach vermehren. Selbst die Form der Eigennamen beweist diesen Zusammenhang; denn sie sind durchgängig die, welche die LXX darbieten. So3AßQaafaJEv(b%, Ma&ovaäla, Msl%1as8b^ Msaxqasl^i (wie Gen. 10, 6 gute codd. bei Holm, und Lag. schreiben), Xavaäv, Xovg8. — Hiermit ist eine Thatsache festgestellt, die erst in jüngster Zeit bestritten wurde, und die für die Erkenntniss der Beziehungen, welche zwischen der griechischen und der samaritanischen Bibelübersetzung bestehen, nicht ohne Wichtigkeit ist. Die Ansicht Frankens, dass die Samaritaner bei ihrer Bibelübersetzung die LXX benutzt haben (Einfl. S. 237 f.), hat Geiger als unhaltbar zurückgewiesen und seinerseits behauptet: ckein geschichtliches Document ist vorhanden für die nahe Berührung zwischen griechischen Juden und Samaritanern* (Urschrift S. 17). Dies geschichtliche Document liegt jetzt in unseren Fragmenten vor Augen. Hat aber ein samaritanischer Geschieht- Schreiber die LXX in so ausgedehntem Maasse benutzt, wie Pseudo- Eupolemos es thut, so kann die Möglichkeit nicht bestritten werden, *) Ens. pr. ev. IX 18*, Philon II 13, 33 und oft; Jos. Ant. I 7, 1; Ber. Rab. zu Gen. 15, 5; Sab. 156a; Nedar. 3*2 a; s. ferner Beer a. a. 0. S. 102. 142. Wörtlich stimmt mit den talmudischen Stellen Philon (486, 22; quaest. in Gen. III 1) überein.