Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 99)
- Language
- German
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97 theil des samaritanischen Volkes. Sidonier wollen sie nach Jose• phus sein (Ant. XI 8, 6; XII 5, 5). Darum soll Abraham mit Phönikern verkehrt, die Wissenschaften sie gelehrt und ihnen Schutz gegen ihre Feinde gewährt haben. Und weil der Samaritaner zugleich der assyrisch-babylonischen Vorfahren seines Volkes nicht vergass, lässt er die von Abraham geschlagenen Feinde der Phöniker nicht Babylonier, was doch der Name Sinear (Gen. 14, 1) ihm so nahe legte, sondern Armenier sein. — Alle übrigen Abweichungen von der Bibel gehen aus dem Bestreben hervor, Abraham’s Tugend, seine Tapferkeit, seine Grossmuth gegen die Feinde, sein umfassendes Wissen in noch hellerem Lichte zu zeigen, als die Bibel es thut. Darum berichtet er auch, im Widerspruch mit seiner Quelle, dass Abraham den Feinden nicht etwa bloss ihren Raub abgewonnen, sondern ihre eigenen Frauen und Kinder als Kriegsbeute davongeführt, aber auf ihre Bitten ohne Lösegeld zurückgegeben habe (419 a). — Dasselbe Bestreben zeigt sich bei der Erzählung von Abraham’s Zug nach Aegypten, der gegen die Bibel erst nach den besprochenen Ereignissen stattgefunden haben soll (419 b). Auffallend ist der ersichtliche Eifer, die Aegypter als das den Baby- Ioniern gegenüber jüngere Volk hinzustellen, das erst von diesen durch Vermittelung Abraham’s die Astronomie und cdas Uebrige* empfangen habe. Darum ist Belos der Stammvater der Aegypter und Aethiopen (419 d), während doch die Bibel Nimrod den Sohn Kusch’s, des Bruders von Mizraim, nennt (Gen. 10, 8) und auch Aegypter und Griechen das Verhältniss umkehren (Diod. I 28.81; Pausan. IV 23, 10; Moses Chor. I 5). Doch steht Pseudo-Eupolemos nicht ganz allein. Auch Apollodor (bibl. II 1), Charax bei Steph. Byz. (s. v. AXyv7€coq\ Johannes Antiochenus (Müller IV 544) und Andere stellen die Bezüge der Aegypter zu den Babyloniern in derselben Weise wie Pseudo-Eupolemos dar. Alle diese Schriftsteiler nun berichteten unbefangen, was sie irgendwo gelesen hatten. Wenn aber ein Hellenist hebräischer Abkunft von klaren biblischen Angaben abweicht, so muss ein bestimmter Grund dafür aufgesucht werden, und der ist hier die bei dem Samaritaner sehr wohl erklärliche Hinneigung zu den Babyloniern. — Hervorgehoben sei noch, dass bei Ps. Eupolemos sich eine Deutung (von Gen. 12, 17) findet, die genau so in der Exegese der Judäer sich wiederfindet, dass nämlich Pharao, da er Sara zum Weibe genommen, ihr 7