Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 97)
- Language
- German
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95 Geburt in dasselbe Geschlecht fallen. Damit weicht er freilich von anderen biblischen Angaben ab; aber wann hätte ein Hellenist dieses Schlages an derartigen Widersprüchen Anstoss genommen, wenn ein synchronistisches System durchgeführt, oder irgend ein frommer Zweck erreicht werden sollte? So setzt auch die sehr bibelgläubige christliche Sibylle Noach in die fünfte Generation (I 284), und die nicht weniger fromm gesinnte jüdische lässt den Thurmbau im zehnten Geschlecht nach der Sintfluth statttinden (HI 108). vielleicht aus demselben Grunde, wegen dessen Pseudo-Eupolemos das dreizehnte nach der Schöpfung für Abraham annimmt, um diesen nämlieh mit Nimrod verbinden zu können. Auch Ninos erscheint in der 10. Generation nach Noach bei Moses vonChorene (I 5) wohl aus demsfelben Grunde. — Wie aber erklärt es sich, dass Abraham, der im dreizehnten Geschlecht geboren wird, gleichzeitig mit Belos-Nimrod leben soll, der nach dem zweiten Fragment der Sintfluth entronnen ist, also im zehnten Geschlecht nach der Schöpfung gelebt haben muss? Die Antwort giebt das erste Fragment (419c), das, wie auch sonst bezeugt ist (Movers I 186), zwei Belos unterscheidet, sodass schon hierdurch wie durch die sonstigen Wechselbeziehungen der beiden Bruchstücke ihre Zusammengehörigkeit erkennbar wird. Die zwei Belos hat Pseudo-Eupolemos in die Zeit nach der Fluth gesetzt (s. ehr. Pasch. I p. 67 Bonn.), und da Belos-Nimrod bei Abraham’s Geburt schon König ist, fällt diese in das folgende, also richtig in das dreizehnte Geschlecht. Wer aber eine solche Ineinanderschiebung der Generationen für unwahrscheinlich hält, der erinnere sich, dass nach der Chronologie des biblischen Textes Sem, der 10Ü Jahre vor der Sintfluth geboren war, noch 35 Jahre nach Abraham’s Tode gelebt hat, und dass er nach einer Sage des Midrasch (Ber. Rab. c. 67. 94) der Lehrer Jakob’s gewesen ist. — Durch das Schlussstück des ersten Fragmentes soll erwiesen werden, dass nicht die Aegypter die Astrologie erfunden haben, und das geschieht folgendermaassen. Der Stammvater der Aegypter repräsentirt das 3. oder 4. Geschlecht nach der Sintfluth; kundig der Astrologie aber ist schon vor der Sintfluth Atlas (Diodor III 60) oder der mit ihm identische Henoch gewesen; sie kann also nicht von Aegyptern erfunden sein. Wahrscheinlich hat dem Samaritaner auch hier die Vergleichung babylonischer Sagen als Stütze gedient, da ein Edor-ankos und A-memp-sinos gleich Henoch und Metuselaeh