Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 95)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2720904-2720965--094-2722774- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
93 6), Josephus selbst (Ant. I 4, 1) und Berossos (bei Synk.p. 55) Mngewiesen, die sämmtlich ausser dem Einen durch göttlichen Schutz geretteten Frommen noch andere Menschen der Sintfluth entrinnen lassen. Der Schrift des Berossos oder einem ähnlichen babylonischhellenistischen Werke hat wohl Pseudo-Eupolemos seinen Bericht entlehnt. — Nicht minder häutig wird ein zweites Gigantengeschlecht ausser dem durch die Sintfluth vernichteten erwähnt und bald mit dem Bau des babylonischen Thurmes, bald mit anderen gottlosen Unternehmungen in Verbindung gebracht. Diese Form der Sage findet sich am entschiedensten ausgesprochen bei Abydenos (Eus. pr. ev. IX 14; ehr. Arm. p. 24), Moses von Chorene (hist. Arm. I 5), und unverkennbar lehren das auch die jüdische Sibylle (III 97f. 102. 156) und die christliche (1 306 f.). Eine ähnliche Verbindung zwischen Sintfluth, Giganten und deren Kampf gegen die Götter setzt ferner voraus, was Thallos (bei Müller III 517. fr. 2) und Kastor (bei Eus. ehr. p. 36) berichten. Hier nun treffen jüdische, griechische und babylonische Einflüsse zusammen. Die biblischen sind durch die LXX vermittelt, die der Giganten auch nach der Sintfluth oft erwähnen. Die babylonische Sage geht wie bei unserem Samaritan er auf die Vorstellung von Belos, dem ältesten König, dem Giganten, dem Sohn des Bel-Kronos zurück, der Babylon und den Belostempel erbaut und sich mit anderen Giganten gegen die Götterherrschaft aufgelehnt hat*״*). — Mit den Giganten wird im ersten Fragment Abraham in Verbindung gebracht. Seine Geburt wird unmittelbar nach der Erzählung vom Thurmbau der Giganten berichtet und nach Kamarina, einer Stadt Babyloniens, verlegt. Diese soll identisch sein mit Ur-Kasdim (01$17ן s. Kuhlmey p. 47), gegen die Angaben der Bibel, denen zufolge es offenbar im Norden von Charan und Mesopotamien zu suchen ist (s. Ewald Gesch. I3 415). Auffallend ist, dass Abraham’s Geburt zuerst in das zehnte und wenige Worte später in das dreizehnte Geschlecht gesetzt wird. Dass die letztere Zahl nicht durch Conjectur getilgt werden darf, haben Kuhlmey (p. 49) und M Niebuhr (a. a. 0. p. 506) nicht verkannt. Denn viel leichter konnte statt 13 die für Abraham’s Zeit- *) Ausser den oben angeführten Stellen aus Thallos und Kastor vgl. Abydenos bei Eus. pr. ev. IX 41; Plin. h. n. VI 30; Curtius V 1, 24; Steph. Byz. s. v. Bccßv- Icov, Servius zu Aen. I 642. 729; Joh. Ant. bei Müller IV 540f.; Etym. m. s. v. Botßvldv uud Movers Phönizier I 185 f.