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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1874-01-01 · 1874 · page 92

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1874
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 92)
Language
German
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IRI
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90 Man könnte den Titel der Schrift opfern, um den Namen des Verfassers zu retten. Sind doch Ungenauigkeiten in der Benennung von Schriften im Alterthum ungemein häufig, und noch mehrere Male werden wir für die Alexandrischen Fragmente dergleichen anzunehmen genötliigt sein. Aber der Polyhistor selbst zeugt gegen sich und liefert uns einen schwer abzuweisenden Beweis dafür, dass er auch den Namen des Verfassers fälschlich diesem Bruchstücke vorgesetzt hat. Dass das von Eusebios (pr. ev. IX 18. 420 b) mitgetheilte anonyme Bruchstück von Alexander Polyhistor und nicht, wie gemeinhin angenommen wird, von Artapanos, dem lügenhaften Fabulanten, der niemals seine Quellen nennt, den früheren Excerpten angereiht sei, ist schon oben (8. 14) dargelegt worden. Es erhellt auch daraus, dass Alexander seine Gewährsmänner fast immer in indirecter Rede einführt, also dem Artapanos hier statt des €vq0[jl€v ein €VQ7!x€va1 in den Mund gelegt haben würde. Doch mag nun der Polyhistor oder Artapanos dies Stück der anonymen Schrift entnommen haben, überraschend ist die Uebereinstimmung desselben mit unserem samaritanischen Fragment. Hier wie dort wird der Bau des Thurmes zu Babel auf die Giganten zurückgeführt, was weder mit der Bibel, noch mit der griechischen Uebersetzung derselben übereinstimmt. In beiden Fragmenten wird Abraham mit den Giganten und dem Thurmbau in Verbindung gebracht, was zwar auch in anderen hellenistischen Schriften nachweisbar, aber doch auffallend genug ist. Heidnische Elemente sind beiden Be• richten beigemischt. Im ersten erscheinen ausser den Giganten noch Kronos-Belos, Asbolos-Chum und Atlas-Henoch; im zweiten wird sogar die Zerstörung des babylonischen Thurmes auf die Götter zurückgeführt. In beiden Fragmenten werden die kanaanitischen Völkerschaften, mit denen Abraham verkehrte, als Phöniker be־ zeichnet. Das aber passt schlecht zum Text der LXX und zu den Erzählungen anderer Hellenisten, die hier nirgends der Phöniker erwähnen. Uebereinstimmend berichten beide Stücke, Abraham habe die Astrologie von den Chaldäern empfangen und sie Phöni־ ker und Aegypter gelehrt. Endlich beachte man, dass nicht bloss einzelne Worte, wie xcctoiksTv (418d. 419b. 420b), naQaytveö&cu durch Salmanassar richtig und genau den biblischen Büchern entsprechend ansetzt (oben S. 59f.) Die Samaritaner lassen Nabukodrossor zugleich Samaria und Jerusalem erobern (s. Lib. Josuae c. XLV).

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