Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 90)
- Language
- German
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88 Doch ist; das bei der Farblosigkeit dieser Worte noch immer ein schwacher Gegenbeweis. Auffallender wäre, wenn hier in der That eine Interpolation Vorlage, warum alle übrigen Fragmente des Eupolemos frei von solchen geblieben sind, warum z. B. die für einen Samaritaner sehr anstössigen Äeusserungen über den Salomonischen Tempel nicht durch kleine geschickte Aenderungen oder Zusätze, in denen die Samaritaner ja Meister waren, unschädlich gemacht wurden. Entscheidend aber ist der Umstand, dass durch die Beseitigung der anstössigen Worte durchaus kein Ausgleich zwischen dem ersten und den übrigen Fragmenten hergestellt wird. Jenes erscheint uns als ein Conglomer-at jüdischer Geschichte und griechisch-babylonischer Mythologie. Diese zeigen keine Spur von derartigen heidnischen Einflüssen, sondern geben die Berichte .der Bibel wieder, freilich in der grellen Beleuchtung, unter der sie den unwissenden und leichtfertigen Hellenisten erschienen. In offenem Widerspruch mit dem ersten Fragment steht ferner ein anderes von Eusebios dem Eupolemos beigelegtes Stück (c. 26). Dem letzteren zufolge ist Moses der erste Weise gewesen, durch welchen Juden und Phöniker die Buchstaben kennen gelernt haben. Das erste Fragment stellt dagegen schon Henoch als den Erfinder der Astrologie hin, lässt Metuselach durch Engel Gottes Alles lernen, was wir heute wissen (419d), und berichtet, dass Abraham Astrologie und alle übrigen Wissenschaften (xal xä Xoma navxa) — also doch wahrlich auch die Kunde der Buchstaben — Aegypter und Phöniker gelehrt habe (418 d. 419 c). Wenn also das erste Fragment nicht bloss durch die samaritanische Färbung einiger Worte, sondern durch seinen Gesammtinhalt in entschiedenem Gegensatz zu Allem steht, was uns sonst unter dem Namen des Eupolemos überliefert ist; wenn alle übrigen Fragmente dagegen mit einander trefflich übereinstimmen und keine Spur eines ähnlichen inneren Wider- Spruchs aufweisen: so liegt die Lösung des Problems auf der Hand. (Ovq X. — 'עיר כ vgl. עיר מואב ער מואב). Aehnlich deutet bekanntlich auch Philon oft allein auf Grund der Form, welche die LXX den hebräischen Eigennamen gegeben haben, und mit nicht geringeren Yerstössen gegen die hebräische Etymologie. Wie Eupolemos עור mit אור, so verwechselt Philon (96, 15. *20) הו־ר (Exod. 17, 10) und חור (Num. 20, 26) mit אור, weil die LXX immer ״£Iq schreiben. An anderen Orten leitet er בלהה von אונן ,(7 ,84) בלע von גדען ,(2 ,462) עין von 28 ,424) ידע) ab; verwechselt שפרה mit 7 ,491) צפרה), löst נחר auf in נוח nnd אור (525, 34), weil er überall die griechische Schreibung zu Grunde legt.