Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 89)
- Language
- German
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87 Und endlich, würde ein Samaritaner eine Verherrlichung des Jerusalemischen Tempels geschrieben haben, wie Eupolemossie giebt (das.)? Alles dies ist nicht minder undenkbar, als dass ein Judäer den Garisim cBerg des Höchsten"* genannt habe. Denn die Samaritaner verwerfen mit Ausnahme des Pentateuchs alle biblischen Bücher, denen Eupolemos seine Erzählung entnommen hat. Sie erkennen weder Eli, Samuel, Elia und Jeremias als Hochpriester und Propheten, noch Saul, David und Salomo als wahre Könige der Israeliten an, sondern behaupten, dass nach Simson’s, des letzten 0Königs"* Tode durch den abtrünnigen Eli der Abfall der Judäer von ihnen, den wahren Israeliten, erfolgt sei (s. lib. Josuae c. XL— XLIV ed. Juynb.) Mit der Annahme vollends, dass Salomo auf Befehl Gottes den Tempel erbaut, dass ein Engel den Ort gezeigt habe, wo der Altar stehen sollte (c. 30. 447 c), negirt Eupolemos gerade den Cardinalpunkt der samaritanischen Glaubenslehre, die Lehre von der Heiligkeit des Tempels auf Garisim, und giebt sich hiermit als den entschiedensten Gegner der Samaritaner und ihres Glaubens zu erkennen. So sind wir denn dahin gelangt, sämmtliche oben erwähnte Annahmen über den Verfasser unserer Fragmente für unzulässig erklären und behaupten zu müssen, dass Eupolemos weder Heide, noch Jude, noch Samaritaner gewesen sein könne. Was anderes aber als eines von diesen kann Eupolemos gewesen sein? Um eine Antwort auf diese Frage und einen Ausweg aus dieser Verlegenheit zu tinden, könnte man versucht sein, die zwei kleinen Sätze, die den Eupolemos zum Samaritaner stempeln, als ungehöriges Einschiebsei auszuscheiden und somit den Knoten auf eine freilich nicht sehr glimpfliche Art zu zerhauen. Doch dieses Mittel, Eupolemos’ jüdische Herkunft zu retten, versagt bei genauer Betrachtung des ersten Fragmentes und des vermeintlichen Einschiebsels. Kein Wort in diesem letzteren berechtigt uns, es von seiner Umgebung zu trennen-, ja es finden sich selbst in den zwei kurzen Sätzchen einige Worte, die, weil übereinstimmend mit anderen Theilen dieses Bruchstücks, sich als demselben Verfasser angehörig erweisen*). *) Vgl. 419 a o £iva1 (.LsO'SQiiriv&vo^svov 418 d sivai 8h [isQ’SQiirivsvofisvriv. Wie die Deutung von □הר גרזי als oqoq vtyiGxov, d. h. als הר עריץ nur bei griechischer Schreibung ’Agydgigov (nach Photios 045 b 20) möglich ist, so beruht wohl auch die Deutung von אור כשדים als XalSaLcov 7tohg (418 d) auf griechischer Schreibung