Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 88)
- Language
- German
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86 <S8Ssk 16Q€(j0g ovtoq xov Osov xccl ßaavXevovxog Xaßsvv dtdQct). Wie weit die Kluft war, welche die Juden von den Samaritanern gerade in nachalexandrinisclier Zeit trennte, ist hinlänglich bekannt. Im eigenen Lande wie in der Fremde traten die verwandten Stämme einander gegenüber. Die Samaritaner verwüsteten Judäa (Jos. Ant. XII 4, 1) und misshandelten die Bewohner von Maresa (das. XIII 9, 1); sie standen den Syrern im Kampfe gegen die Makkabäer bei (1 MB. 3, 10); sie befehdeten die Juden auch in Alexandrien (Jos. Ant. XIII 3, 4). Dass die Erbitterung auf Seiten der Juden keine geringere war, bezeugen die ingrimmigen Worte, in denen der sonst so milde Sirachsohn seinem Hasse gegen sie Ausdruck giebt (50, 25f.), bezeugt der Spottname, den man dem samaritanischen Sichern gab (Ev. Joh. 4, 5), bezeugt vor Allem die Zerstörung der Hauptstadt und ihres Tempels durch Johannes Hyrkan (Jos. Ant. XIII 9, 1. 10, 2; b. J. I 2, 7). Die nie versiegende Quelle des Hasses und der Angelpunkt, um den sich alle Streitigkeiten drehten, waren aber nicht sowohl gewisse Glaubenssätze, als die Anerkennung oder Verwerfung des samaritanischen Tempels auf dem Garisimberge. Ist es unter solchen Umständen denkbar, dass jemals ein jüdischer Hellenist der allgemeinen Ueberzeugung seines Volkes so ganz untreu geworden sein sollte, um in den angeführten Worten von einem Heiligthume auf dem Garisim zu sprechen und diesen cde11 Berg des Höchsten* zu nennen? Wollte Jemand diese Annahme für möglieh halten, so würde ihn der samaritanische, aber zum Heidenthum bekehrte Philosoph Marinos bei Photios (345 b 20 Bek.) eines Besseren belehren. Denn Nichts kann den wahren Ursprung jene^ Worte deutlicher zeigen, als dass auch dieser Samaritaner gleich Eupolemos den Tempel auf Garisim mit Abraham in Verbindung bringt, indem er ihn cdes höchsten Gottes heiligsten Tempel* nennt, den Abraham, der alten Hebräer Stammherr, geweiht habe. Wer jene Worte in unseren Fragmenten schrieb, war also kein Judäer, und um ihretwillen ist Eupolemos zum Samaritaner erklärt worden. — Aber würde ein Samaritaner Eli einen Hochpriester, Samuel, Elia und Jeremias Propheten genannt, würde er Samaria als abhängig von Salomo, dem Könige Judäas, hingestellt haben, wie Eupolemos es thut (c. 30. 447a. d; c. 39)? Würde von einem Samaritaner die Geschichte David’s und Salomo’s in den glänzenden Farben gemalt worden sein, die Eupolemos anwendet (c. 30—34)?