Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 87)
- Language
- German
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85 Der Schriftsteller ist also selbst in vollstem Einklänge gerade mit den jüdischen Berichten, eben weil er kein Hellene und kein Baby- Ionier, sondern ein Judäer ist. Dass aber aus der synkretistischen Verschmelzung fremder Sagen mit biblischen Erzählungen, die sich im ersten Bruchstücke zeigt, nicht wohl auf die heidnische Abkunft des Verfassers geschlossen werden könne, muss wegen der Häufigkeit solcher Unmanier im jüdischen Hellenismus Kuhlmey (a. a. O.) selbst anerkennen, und Hody (a. a. 0.) berührt diesen Punkt kaum. Beide weisen dagegen auf Eupolemos’ Verstösse gegen die biblischen Erzählungen, auf seine Unwissenheit in jüdischen Dingen hin, um seine heidnische Herkunft zu erhärten. Aber das Heidenthum des Verfassers müsste sich doch noch durch irgend etwas anderes als durch seine Unwissenheit kenntlich machen. Unwissend in jüdischen Dingen kann auch ein Jude sein; höchst unwissend sind insbesondere manche jüdische Hellenisten gewesen, und mit besseren Gründen, als Hody gegen Eupolemos anführt, Hesse sich beweisen, dass Philon und Flavius Josephus Heiden gewesen sind. Denn Alles, was Hody zum Erweise der Unwissenheit des Eupolemos vorbringt, ist sehr anfechtbar. Er soll David einen Sohn Saul’s genannt haben (c. 30. 447b). Das ist allerdings ein Fehler, den die Hinweisung auf 1. Sam. 24, 17. 26, 17, wo Saul David seinen Sohn nennt, nicht hebt. Wohl aber muss man sich daran erinnern, dass David Saul’s Eidam wird, und dass Eupolemos das etwa durch die Worte noieixm clvtov vVov bezeichnet haben mag, gerade wie Josephus dies von Moses’ Verhältniss zu Jitro sagt (Ant. II 11, 2). Da die Epitome Alexander’s an diesem Orte ungemein kurz ist, kann aus diesen Worten leicht das uns jetzt Vorliegende entstanden sein. Ferner soll Eupolemos den Metuselach zum Sohne Noach’s gemacht haben (c. 17 Ende). Er nennt aber M. den Sohn Henoch’s, so dass nicht ein Fehler Eupolemos’, sondern Hody’s anzuerkennen ist, wogegen Kuhlmey (p. 55) vergebens sich sträubt. Eupolemos kann aber auch kein Jude gewesen sein. Denn im ersten Fragment lesen wir Folgendes (c. 17. 419 a): (Eupolemos sagt,) cer (Abraham) sei gastlich aufgenommen worden bei dem Heiligthum der Stadt, Argarisin, das Berg des Höchsten übersetzt werde; von Melchisedek aber, dem Priester Gottes und Könige, habe er Geschenke empfangen* {]•svia&qvai t6 avrov vno noXswc, isqov *AgyaqiX'w-, 0 slvai iLis^sQiii'rjvsvofiisvov oqoq vipiatov ״ TtaQct Sb tov MsXyt-