Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1874-01-01 · 1874 · page 86

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1874
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 86)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2720904-2720965--085-2722765
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

84 bigstem Tone vorgetragen, ohne dass das leiseste Wort verräth, der Erzähler erkenne nicht ganz die Wahrheit des Erzählten an. Ja Eupolemos erfindet ganz ungleich dem ehrlichen Demetrios, die unglaublichsten Dinge zur Verherrlichung des jüdischen Volkes, seiner Stammväter, Könige und Propheten. Engel Gottes unterweisen den Metuselach in allen Wissenschaften, und dieser ihrer Unterweisung sollen auch wir das verdanken, was wir wissen (c. 17 Ende). Dass irgend ein heidnischer Schriftsteller Derartiges in eigenem Namen (denn die voraufgehenden Worte c'EXXyvag Sä Xeyeiv beziehen sich offenbar nicht auf diese Sage) berichtet habe, ist durchaus unwahr־־ scheinlich. Aehnliches bietet uns Eupolemos überall. Abraham lehrt Phöniker und Aegypter die Astrologie und calles Uebrige* (c. 17. 418d. 419c). David hat eine grosse Zahl asiatischer Völkerschäften sich unterworfen, welche die Bibel nicht einmal nennt (c. 30). Salomo hat Uaphres, König von Aegypten, zur Hilfleistung beim Tempelbau veranlasst (c. 30—32). Eine Jeremias verherrlichende Sage, zu der die Bibel keinen Anlass gegeben hat, finden wir im e. 39. Dergleichen ist nie von einem Heiden berichtet worden. Selbst die den Juden wohlgesinntesten Schriftsteller, wie Theophrast, der echte Hekatäos, Strabo, verschmelzen ihre Anschauungen nicht so vollständig mit dem jüdischen Inhalt, und überall klingt entweder das Missverständniss oder der Unglaube des Heiden durch — selbst da, wo sie offenbar von Juden Gehörtes oder in jüdischen Schriften Gelesenes mittheilen. — Eupolemos ist aber auch kein Excerpte sammelnder Heide, der, unbekümmert um den Inhalt seiner Auszüge, gleich Alexander Polyhistor an einander reihte, was seine Sclieere aus jüdischen oder nichtjüdischen Schriften ausgeschnitten hatte. Denn nirgends tritt die Person des Compilators neben die der excerpirten Schriftsteller, wie das in Alexanders Werken so oft und in seiner Schrift tisqI lovSamv überall geschieht. Nirgends finden sich eigentliche Citate, die doch häufig sein müssten, wenn der Sammler mit dem Inhalt seines Sammelwerks nicht einverstanden gewesen wäre. Das erste Fragment (c. 17) liest sich allerdings wie ein Gemengsel von jüdischen, griechischen und babylonischen Berichten, und zweimal werden auch einige nichtjüdische Sagefi von dem sonstigen Inhalt durch die Worte c,EXX7!vag Sä Xeyeiv, BaßvXcoviovg Sä Xeyeiv gesondert (419 c. d.). Nie aber begegnen wir in diesem oder den übrigen Fragmenten einem entsprechenden *IovSaiovg Xeyeiv.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.