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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1874-01-01 · 1874 · page 85

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1874
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 85)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720965--084-2722764
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83 Schriftsteller vorsetzten. Im Gegensatz hierzu betrachtet ihn Kühlmey, der Einzige, welcher diese Fragmente einer eingehenden Untersuchung unterzogen hat, als einen Heiden, der aus den verschiedensten und zumeist aus jüdischen Schriften seine Geschichte zusammengelesen habe (Eupolemi fragm. p. 20f.). Als seien der widerspruchsvollen Ansichten noch nicht genug, ward endlich eine neue Hypothese aufgestellt, der zufolge Eupolemos’ Geschichte entweder als eine durch einen samaritanischen Fälscher interpolirte Schrift eines Heiden, oder geradezu als das Werk eines Samaritaners angesehen werden sollte. Jenes wird allein von Dähne (a. a. O. II 221) behauptet; diese Ansicht wird vertreten durch die gewichtige Autorität eines Movers (Phönizier I 557) und durch die eines Ewald (a. a. 0. VII2 80). — Hiermit scheinen denn alle Möglichkeiten erschöpft, welche ein grübelnder Sinn überhaupt erdenken könnte. Heide, Jude, Samaritaner, ein Jude in heidnisch-griechischer Verkleidung, ein heidnischer Sammler grossentheils jüdischer Sagen, ein heidnischer Verfasser einer durch Samaritaner interpolirten Schrift — alles dies war Eupolemos im Laufe der Zeit geworden; es lässt sich eine neue Hypothese kaum noch als möglich vorstellen. Und doch kann aufmerksamer Prüfung der hier angeführten Ansichten die Unhaltbarkeit derselben nicht leicht verborgen bleiben. Eupolemos kann zuvörderst kein Heide gewesen sein. Er schreibt das mit Hebraismen stark versetzte Griechisch der jüdischen Hellenisten, und er benutzt die Uebersetzung der LXX, wenn auch nicht in so ausgedehntem Maasse wie Demetrios. Das letztere hat schon Rauch nachgewiesen (a. a. 0. p. 24). Entschiedener noch als die Form weist der Inhalt der Fragmente auf nicht heidnischen Ursprung derselben hin. Manches wird der Bibel naeherzählt, was ein heidnischer Schriftsteller nicht geschrieben und heidnische Leser nicht geglaubt haben würden. Ein Heide würde nicht in gut biblischer Sprache von dem Befehle Gottes an Abraham, nach Phönikien zu ziehen, gesprochen haben, wie es Eupolemos thut (c. 17. 418 d). Ein heidnischer Schriftsteller würde sich schwerlich den Tadel eines Alexander Polyhistor deshalb zugezogen haben, weil er gar zu weitläufig von Sara’s Erlebnissen bei den Aegyptern gehandelt habe (c. 17. 419b). Ein Heide würde nicht berichtet haben, dass ein Engel Gottes dem David den Ort gezeigt habe, wo der Altar des Tempels stehen sollte (c. 30. 447 c). Und alles dies wird in gläu- 6*

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