Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 82)
- Language
- German
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so ihm dagegen dargeboten, was wir als den Hauptinhalt seiner eigenen" Werke noch unter den Trümmern derselben vorgefunden haben, abenteuerliche Erzählungen, hellenisirte Fabeleien und andere interessante Produkte der Wundersucht und der Leichtgläubigkeit — der Polyhistor würde sie nicht bei Seite gelegt haben zu Gunsten von Auszügen, die seine Leser im besten Falle kleinlich und interesselos, wahrscheinlich aber albern und abgeschmackt gefunden haben werden. Diese Erwägungen sichern die früheren Ergebnisse unserer Untersuchung. Sie ergänzen und bestätigen, was schon oben (S. 24f.) über Alexander’s Verfahren — aber nicht mit der nöthigen Sicherheit — aus einzelnen Beispielen erschlossen worden ist. Sie zeigen uns den flüchtig arbeitenden, Schriften zusammenzettelnden Compilator, der selten über den Sinn seiner Auszüge nachdenkt, dessen Gedankenlosigkeit es aber gerade ist, welche die Integrität derselben gerettet hat. Unantastbar ist daher die Gesammtmasse der Fragmente, weil in sich wohl zusammenstimmend und weil schroff abstechend von den meisten Erzeugnissen des jüdischen Hellenismus. Die Unversehrtheit dieser Stücke lässt uns denn mit dem guten Glauben an die übrigen Reste der Alexandrischen Schrift herangehen, dass sie zwar durch unverständige Verkürzung und leichtfertige Zusammenfügung ebenfalls vielfach gelitten haben, aber durch absichtlichen Betrug nicht entstellt sein werden. Die Betrachtung unserer Bruchstücke hat unsere Kenntniss des Hellenismus in einigen wesentlichen Punkten bereichert. Sie haben uns gezeigt, in welchem Zustand der Text der LXX im dritten vorchristlichen Jahrhundert war. Sie haben das Vorhandensein eines hellenistischen Midrasch in dieser frühen Zeit erwiesen. Das Verhältniss des Flavius Josephus zu seinen Vorgängern hat durch einige Beispiele beleuchtet werden können. Wichtiger noch ist, dass wir durch unsere Fragmente den ersten selbständigen Schriftsteller und den einzigen Chronographen unter den jüdischen Hellenisten kennen gelernt haben. Demetrios ׳— und er allein — giebt uns Kunde von den wissenschaftlichen Bestrebungen des jüdischen Hellenismus in einer Zeit, da ein reger Eifer die verschiedensten Völker ergriffen hatte, die Geschichte ihrer Vorzeit in griechischer Sprache darzustellen. In demselben Jahrhundert lebend, das einen Berossos, Manetho und Fabius Pictor erzeugt hat, unternahm er es, bibel-