Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 80)
- Language
- German
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78 mente hat sich dagegen herausgestellt, dass dieselben durch ihn vielfache Schädigungen erlitten haben. Ist unter solchen Umständen ein Urtheil über die Schriftstellerei des Demetrios überhaupt möglieh? Kann das griechische Gewand, in dem derselbe auftritt, nicht ein Mäntelchen sein, in das Alexander ihn kleidet? — Es ist nicht schwer, diesen Zweifeln zu begegnen. Aus dem oben Dargelegten ergiebt sich zunächst, dass Alexander seine Excerpte nur in den allerseltensten Fällen durch Aenderung des Wortlautes entstellt hat. Es ist schon hervorgehoben worden (S. 32), dass der von Demetrios benutzte Text der LXX sehr oft in unseren Bruchstücken wieder zu Tage tritt, und dass wir in diesem Falle den Wortlaut der Urschrift vor uns haben. Ebenso gelingt es an anderen Stellen, schon am Ausdruck den echten Text des Demetrios zu erkennen. Wir finden z. B. 425b und c die Worte: 0seitdem Abraham aus den Völkern erwählt ward3 (ayS oi> ixlsy^vai 3Aßqaäfi ix xcov i&v05r) und 423d: 0darum isst man die Sehne in den Schenkeln der Thiere nicht3 (o&sr ovx iedisadcu xwv xxijvoqv xh iv xoXg mqoig vsvqov). Beide Sätze können — so gut wie das (S. 36 Anm.) erwähnte xo oqog — wegen ihrer biblischen Färbung und ihrer im Munde eines Heiden ganz unverständlichen Fassung nur von Demetrios selbst geschrieben worden sein. Der heidnische Alexander kann weder sagen, dass Abraham 0aus den Völkern erwählt3 worden sei, noch dass 0man3 (d. h. das jüdische Volk) die Sehne im Schenkel der Thiere nicht esse, noch dass Abraham seinen Sohn auf 0den Berg3 (d. h. auf den Moria) geführt habe. Nur im Munde des bibelgläubigen Demetrios sind ferner die umständlichen Worte erklärlich, mit denen Unbedeutendes, wie die Geburt der Kinder Jakob’s, die Genealogie Sepphora’s und Anderes (s. oben S. 37 f.) dargestellt wird. — Entschiedener noch als diese und ähnliche Einzelheiten beweist der Gesammtinhalt unserer Fragmente die Echtheit ihres Ursprungs. Jeder Zeile ist der Stempel einer eigenartigen Schrift- Stellerei aufgedrückt, die nur aus dem jüdischen Hellenismus hervorgehen konnte. Sie enthalten Nichts, was ein heidnisches Publikum interessiren konnte, Vieles, was einem solchen geradezu abschreckend erscheinen musste. Die Fragmente geben die schlichteste' Nachbildung der biblischen Erzählung, ohne flitterhaften Putz der Dar- Stellung und ohne jede Rücksicht auf Wichtigkeit oder Unwichtigkeit des dargestellten Stoffes. So bildet der Abstand, der diese