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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1874-01-01 · 1874 · page 79

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1874
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 79)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720965--078-2722758
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77 und palästinisch-babylonischem Midrasch sind zu viele, als dass sie ohne Beziehung auf einander hier und dort sich selbständig entwickelt haben sollten. Sie tragen zu entschieden das Gepräge ihres griechischen Ursprungs an sich, als dass wir die Hellenisten als abhängig von Palästina ansehen dürften. Und endlich, sie sind jüdischen Anschauungen zu eng angeschlossen, als dass sie unmittelbar aus heidnisch-griechischer Umgebung nach Palästina gelangt sein könnten. Was liegt auch näher, als dass die jüdischen Weisen Palästinas eher das wohlbekannte Alexandrien als das ferne, unbekannte Athen und lieber Glaubensgenossen als Heiden zu ihren Lehrern wählen mochten? Wie vielfach aber die Beziehungen, wie innig der Verkehr war zwischen den Gelehrten Aegyptens und Palästinas, dafür genügt der Hinweis auf die Werke von Rapoport (Erech Mil. S. 101 f.) und Frankel (Einl. in d. Jerus. Talm. S. 6). Die vorstehende, vielleicht zu umständliche, aber um Dernetrios’ wie unserer späteren Untersuchungen willen nicht zu umgehende Darlegung genügt, um in Bezug auf dessen Verhältniss zur palästinischen Exegese folgende Sätze als wohlbegründet erscheinen zu lassen. Unmöglich ist, an allen den Orten, wo Uebereinstimmung zwischen Demetrios und den Palästinern sich zeigt, festzustellen, was jenem, was diesen ursprünglich angehört. Im allgemeinen aber ist als höchst unwahrscheinlich zu bezeichnen, dass Demetrios, der sich vom hebräischen Text der Bibel losgesagt hat und durchaus auf hellenischem Boden steht, palästinischer Exegese seine Forschung verdanken sollte und das zu einer Zeit, da von selbständiger Geschichtsforschung bei den Palästinern keine Spur sich zeigt. Dass Demetrios auf diese eingewirkt habe, ist nicht unwahrscheinlich. Da Josephus, wie erwiesen ward, ihm Vieles entlehnt hat, mag mittelbar auch zu den palästinisch-babylonischen Chronologen manche Kunde von Demetrios’ Aufstellungen gedrungen sein; aber streng erweisbar ist das nicht. Dagegen scheint die durchaus griechische. Form der änoqiai xal Ivasig, die sich zuerst bei Demetrios vorfand, von den jüdischen Hellenisten auf palästinischen Boden verpflanzt worden zu sein. Hier aber drängt sich eine andere Frage auf. Es ist uns bei dem Polyhistor nicht, wie bei Eusebios, möglich gewesen, von vorn herein den Grad der Zuverlässigkeit zu bestimmen, der seinen Compilationen zuzuerkennen ist. Bei der Betrachtung unserer Frag-

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