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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1874-01-01 · 1874 · page 78

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1874
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 78)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720965--077-2722757
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76 Kohel.), wenn er Jeremias als iQtjfjtia deutet,'weil in seinen Tagen Jerusalem öde geworden1 על שם שבימיו נעשה ירושלים אירימיאה• Hier ist nicht einmal der hebräische Name ירכליהו, sondern das griechische 'leQSfAiag in der Schreibung der LXX zu Grunde gelegt, gerade wie Philon oft die verkehrtesten Erklärungen giebt, weil er nur die griechische Umschreibung eines hebräischen Wortes kennt. Selbst das Nationalste und Heimischste, die Thora, kann sich — nach Sachs’ schönen Worten (Beitr. S. 30) — der Gräcisirung nicht entziehen. Sie wird (Anf. Midr. Konen) als &(0Q1a (Du Gange gloss. med. Gr. s. v.&wqsTv) ein 0Sichtbares, Offenbartes* hingestellt. Namenerklärungen ähnlicher Art sind in den talmudischen Schriften so zahlreich, dass es überflüssig ist, einzelne Stellen herauszugreifen*). So brauchen wir kaum noch an die 0Erklärer der Andeutungen* (דורשי רשומות) zu erinnern, um den Einfluss des jüdischen Hellenismus bei einer Deutungsweise hervortreten zu sehen, von der jede Seite der Phiionischen Schriften die entschiedensten Belege liefert. Auch die oben bei Demetrios nachgewiesene Methode, Probleme aufzuwerfen und zu lösen, witzige Antworten auf verfängliche Fragen über die verschiedensten Gegenstände des Lebens und Schriftthums den Unterrednern zu entlocken, scheint von Griechenland durch Yermittelung jüdischer Hellenisten, bei denen diese Weise der Forschung sich frühzeitig eingebürgert hatte (oben S. 44f.), nach Palästina übertragen worden zu sein. Bezeichnend ist, dass es die Alexandriner sind, von denen berichtet wird, dass sie R. Josua 12 Fragen vorgelegt haben und zwar drei aus dem Gebiete der Weisheit, drei aus dem der Agada, drei Narreteien, drei aus dem gewöhnlichen Leben (Nidda 69 b), und dass meist Fremde, 0ein Philosoph, ein Epikureer, eine matrona* dergleichen Fragen an jüdische Weisen richten; sodass schon hierdurch dies Frage- und AntwortspieT als fremdländischen Ursprungs hingestellt wird. — Doch wie es sich auch hiermit verhalte, wie niedrig man auch das Gewicht jedes einzelnen Gliedes in der hier dargelegten Kette vonBeweisen anschlage, der Parallelen zwischen hellenistischem *) Für das hier Besprochene vgl. Sachs (a. a. 0.). Sachs hält derartige Namendeutung bei den Palästinern für originell und lässt sie von ihnen zu den ekklesiastischen Schriftstellern gelangen (das. S. 85). Nach obiger Darlegung würde sie von den jüdischen Hellenisten ausgegangen sein, und für die christlichen Patres, die aus Phiions Werken ganze Onomastica zusammengestellt haben, ist Abhängigkeit von jenen kaum zu bestreiten.

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