Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 76)
- Language
- German
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74 15. 431, 33. II 209, 5. 369, 22), Genau so finden wir in den tal־ inudischen Schriften aus der Fülle göttlicher Eigenschaften bald zwei herausgehoben מדת הדין und מדת הרחמים: die erstere schon durch den Ausdruck דין statt צדק oder משפט (s. Frankel Jer. Talm. S. 11) als Nachbildung von dlxrj oder xolcccng (s. Philon 189, 23. 431, 15. II 369, 22) erkennbar, beide wie bei Philon den biblischen Gottesnamen אלהים und יהרה angeschlossen (Ber. Rab. c. 12). Neben diesen zweien treten im Midrasch nicht minder erhabene göttliche Attribute auf, bald sieben, bald zehn an der Zahl, c durch die Gott die Welt geschaffen hat, das sind: Weisheit, Vernunft, Kraft, Strenge, Gerechtigkeit, Gnade und Erbarmen* und cdie den Dienst versehen vor dem Thron seiner Herrlichkeit, das sind: Weisheit, Gerechtigkeit, Recht, Gnade, Erbarmen, Wahrheit und Frieden* (Abot der. Nat. c. 37; Chagig. 12 a). Aber nicht bloss einzelne Lehren, sondern auch Methoden der Deutung scheinen durch Vermittelung des jüdischen Hellenismus ihren Weg in die Kreise des nationalen Judenthums gefunden zu haben. Wie früh auch exegetische Forschungen in dem aus dem babylonischen Exil heimgekehrten, für das väterliche Gesetz begeistertenVolkeWurzel geschlagen haben mögen, von rationalistischer und allegorischer Erklärung finden wir gerade dieser Gesetzestreue wegen in der älteren Zeit keine Spur. Denn allegorische Deutung tritt erst auf, wo ein Zwiespalt zwischen dem Erklärer und dem erklärten Texte besteht und durch künstliche Mittel beseitigt werden soll. Darum entwickelt sie sich in Griechenland unmittelbar nach dem Erwachen philosophischer Forschung. Sie hat zu Sokrates’ Zeit durch die Sophisten einen breiten Boden sich erobert und gelangt in der Stoa und durch dieselbe zu hoher Geltung. Wie sie, von Griechenland aus zu den jüdischen Hellenisten gedrungen, bei diesen jede andere Methode der Erklärung überwuchert hat, das ist allbekannt. Wir können daher nicht ungewiss darüber sein, von wo in das palästinische Judenthum der Same zu einer Exegese getragen ist, die, weit abstehend von der gewohnten Forschungsweise, die entschiedenste Verwandtschaft mit jüdisch-hellenistischen Speculationen aufweist. Aristobul hatte in der Mitte des zweiten Jahrhunderts das Herabsteigen Gottes auf den Berg Sinai geistig zu deuten.gesucht (Eus. pr. ev. VIII 10) und die Phiionischen Quaestiones lehren (II 45), dass nur Gottlosigkeit oder Thorheit es in grob örtlichem