Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 75)
- Language
- German
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73 Welt, auch des Ortes (zonoq, מקלם) schlechthin. So sagt Philon (557, 19): xonov yaq xccXsT vvv (&€0v), i7T€1dr! nsqieytov ov Ttsqis^sxai. (Ebenso 630, 19 und oft). Dieser Name Gottes erscheint nun auch schon in der Mischna (Abot II 9; Pessach. X 5; Middot V 4), und nahe den phiionischen Sätzen stehen folgende aus den Midraschim (Ber. Rab. c. 68): CR. Huna sagte im Namen von R. Ami: Warum giebt man Gott den Namen *7Ort*? Weil er der Ort der Welt, nicht aber die Welt sein Ort ist*. Und bemerkenswert!! auch im Ausdruck ist Tanchuma und Jalk. Sim. zu Exod. 33, 21: מקומי טפל לי ואיני טפל למקומי cMein Ort ist mir (Gott) nebensächlich, accidentell, aber ich bin es nicht ihm.* Den Mittelpunkt des Phiionischen Systems bildet die Lehre von den Mittelkräften, die als eine kühne Verbindung der heraklitisehstoischen Annahme eines Logos, als der Weltvernunft, der Platonischen Ideenlehre, der stoischen Lehre von den Kräften, welche die Welt allwirkend beherrschen, und der jüdisch ־ griechischen Vorstellung von den Engeln und Dämonen anzusehen ist. Alle philosophischen Elemente der phiionischen Anschauung erscheinen auch in der talmudischen Litteratur wieder. Wie Philon die Entstehung der Welt mit der Schöpfung eines Kunstwerks vergleicht (4, 14 nach Plat. Tim. 28 a), so auch der Midrasch (Ber. Rab. Anf.). Wie nach Philon Gott bei der Schöpfung auf die Ideen, als auf die Musterbilder der sinnlichen Welt, schaute (Zeller V2 314), so *7blickte Gott auf die Thora und schuf die Welt* (Ber. Rab. das.). Wie die Gesammtheit der Ideen nach Philon die Einheit der göttlichen Weisheit bildet, und an anderen Orten daher Gott *7durch die Weisheit* die Welt geschaffen hat (562, 21 und sonst), so übersetzt das Targ. Jerus. — als lehre es phiionische Theologie — den ersten Vers der Bibel: cMit Weisheit schuf Gott Himmel und Erde*. Die Verwandtschaft ferner der Logos-Lehre Philon’s mit der cMemra* der aramäischen Bibelübersetzungen ist so häufig hervorgehoben worden, dass hier nur im Vorübergehen ihrer gedacht zu werden braucht. — Aus der unendlichen Zahl göttlicher Kräfte treten nach Philon bald zwei als die vornehmsten hervor, die Svva^ug x01clgtix1\ und %aq1Gx1x71 (496, 22 und sonst); bald sind es sechs, die zusammen mit Gott die heilige Siebenzahl erfüllen (560, 9; quaest, in Exod. II 68). Diese Kräfte sind cdie Beisitzer seines Thrones, die Diener, das Gefolge des Herrschers*, durch die er die Welt geschaffen hat und erhält (I 173,