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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1874-01-01 · 1874 · page 68

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1874
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 68)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720965--067-2722747
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66 Deutungen palästinischer Lehrer aufweist. Wir müssen uns fragen, ob es möglich war, dass inj en er frühen Zeit die Ergebnisse exegetischer und insbesondere chronologischer Forschungen von Palästina nach Aegypten dringen und hier auf einen Chronographen wie Derne־• trios einen so entscheidenden Einfluss ausüben konnten. Die Möglichkeit dieser Annahme ist nun längst dargethan worden von Frankel, der in tief gehenden Untersuchungen die vielfachen Berührungspunkte, welche zwischen palästinischer und jüdisch-hellenistischer Exegese bestehen, nachgewiesen hat. Das Ergebniss dieser Untersuchungen war, dass schon die griechischen Uebersetzer der Bibel den mächtigen Einflüssen sich nicht entziehen konnten, welche vom Mutterlande aus über alle Gebiete der Diaspora sich erstreckten. Und wie die Siebenzig, so stehen Frankel zufolge auch die später lebenden Schriftsteller Aristobul, Ezekielos, Philon in demselben Abhängigkeitsverhältniss zu Palästina und seiner Exegese־״־). Andere Gelehrte haben diese Untersuchungen fortgesetzt und auch in den Schriften der übrigen Hellenisten den national-jüdischen Stoff auszuscheiden gesucht, wie denn insbesondere bei Flavius Josephus ein Reichthum von Erklärungen, Vorstellungen und Sagen sich fand, der als Eigenthum palästinischer Exegese angesehen ward. Stillschweigend ward der Grundsatz festgehalten, dass überall, wo hellenistische und palästinisch-babylonische Lehren sich berühren, diese als originell, jene als entlehnt anzusehen seien‘־״**״). Was aber für die LXX und die gesammte spätere Litteratur der jüdischen Hellenisten gilt, das dürfte denn wohl mit Fug und Recht auch auf Demetrios angewendet und somit angenommen werden, dass die *) Frankel Vorstudien zu der Septuaginta; Ueber den Einfluss d. paläst. Exegese auf d. alex. Hermeneutik* Ueber paläst. und alex. Schriftforscliung. #**) S. Plaut Josephus und die Bibel; Tachauer Das Verhältniss von Flav. Josephus zur Bibel; M. Zipser Des Flav. Josephus Werk gegen Apion. Ganz vereinzelt blieben die spärlichen Versuche, Lehren und Deutungen talmudischer Autoren auf jüdisch-hellenistische Anregung zurückzuführen, wie sie zuerst von P. Beer (Gesell, d. Juden I 11*2) und später von H. Joel (Religionsph. des Sohar S. 349 f.) angestellt wurden. Das Eindringen hellenischer, nicht aber jüdischhellenistischer Vorstellungen, in die Welt des Talmuds hat in glänzender Beweisfiihrung Sachs in seinen Beiträgen zur Sprach- und Alterthumsforschung dargelegt. An einem reichen Material behandelt Graetz in Gnostizismus und Judenthum die Einwirkungen des Gnostizismus.

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