Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 65)
- Language
- German
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63 herbeigeführt worden, dass ein später lebender Chronograph von der Eroberung Samarias und Jerusalems bis zum Regierungsantritt dieser Ptolemäer herab hätte zählen mögen. Auch die Eroberung Judäas durch einen von ihnen kann Demetrios unmöglich als Epoche machend erschienen sein; denn unbegreiflich wäre es, warum dann nicht eher die für Palästina viel folgenreichere Eroberung des Landes durch Alexander den Makedonier, oder durch Ptolemäos I. oder Ptolemäos II. als terminus ad quem angesehen worden wäre. Vom zweiten Ptolemäos bis zum fünften dieses Namens aber blieb Judäa trotz fortwährender Kriege zwischen Aegyptern und Syrern unter Herrschaft der ersteren und ging nur zeitweilig in die Hand der Seleukiden über. Nur das Zusammentreffen der Lebenszeit kann demnach der Grund sein, dass Dernetrios von Salmanassar und Nabukodrossor bis auf Ptolemäos den Dritten zählt. — Hierfür lässt sich auch noch ein anderes Moment geltend machen. Josephus hat entweder Demetrios’ Schrift selbst, oder unsere Auszüge in der Sammelschrift des Alexander gelesen. Das beweist ebenso’wohl das Citat aus Alexander (Ant. I 15), wie die Zusammenstellung des Demetrios mit Philon und Eupolemos (c. Ap. I 23). Es ist ferner erwiesen durch die vielfache Benutzung eines chronologischen Systems, das mit dem des Demetrios vollkommen übereinstimmt (s. obenS. 49.61). Aber Josephus hält unseren Chronographen für Demetrios den Phalereer (c. Ap. das.). Da dieser Demetrios nicht viel früher als jener gelebt hat — wenn unsere Annahme die richtige ist —; da ihm eine entscheidende Thätigkeit für das Zustandekommen der Bibelübersetzung beigemessen wird vom falschen Aristeas (p. 14, 17 f. Schm.) und von Josephus selbst (Ant. XII 2; c. Ap. II 4); da ferner eines der bedeutendsten Werke des Phalereers, wie das unseres Demetrios, ein chronologisches {ttQ%ovT0)v avayQacpTj) war, so ist der Irrthum des Josephus verzeihlich. Er ist aber schlechterdings unerklärlich, wenn Demetrios unter Ptolemäos VII. gelebt und bis zu diesem Könige herab gezählt hat, also bis etwa 130 Jahre nach des Phalereers Tode. — Vollständig entspricht der frühen Lebenszeit des Demetrios auch der Charakter seiner Schrift. Mit Chroniken und Genealogien beginnt die Ge- Schichtschreibung der Völker. Zahlreiche ysvsuloyiai waren von den Logographen geschrieben worden, ehe Herodot sein Meisterwerk schuf; aus Stadt- und Hauschroniken entwickelt sich die