Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 62)
- Language
- German
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60 von der Bibel in runden Zahlen gegeben. Bei den Jahren der sechs Könige, die von Hiskia bis auf Zidkia in Betracht kommen, — 2 andere haben nur einige Monate regiert — wird daher immer nur bis auf etwa 2 Jahre eine genaue Rechnung möglich sein, da es nicht entschieden werden kann, ob das letzte Regierungsjahr ganz oder nur zum Theil mitgerechnet worden ist־*). Zählen wir die ganzen Zahlen ohne Abzug von Sancherib und Hiskia’s 14. Regierungsjahre bis zur letzten Exilirung, das ist bis zum 23. Regie־ rungsjahre Nabukodrossor’s zusammen, so ergiebt sich eine Summe von 130 Jahren 6 Monaten, und von Samarias Eroberung an - nach Demetrios’ Bestimmung des Intervalls gerechnet — von 137 Jahren 6 Monaten. Finden wir bei Demetrios 2 Jahre weniger angesetzt, so ist er aus dem eben erwähnten Grunde vollkommen in seinem Rechte. — Was ihn aber hierzu, wie zu der wohl damit in Zusammenhang stehenden Berechnung der Zwischenzeit von Salmanassar bis Sancherib auf bloss 7 statt der gewöhnlich angenommenen 8 Jahre veranlasst hat, kann aus den wenigen Zeilen bei Clemens nicht herausgelesen werden. Vielleicht war es folgende Erwägung. In einigen biblischen Berichten wird Nabukodrossor schon bei Lebzeiten seines Vaters Nabupolassar zur Zeit der Schlacht bei Circesium König genannt (Jerem. 46, 2. Dan. 1, 1). Dadurch rückt die Wegführung durch Nabukodrossor mindestens um 1 Jahr hinauf. Auch aus Jerem. 52, 28. 29 geht hervor, dass man bisweilen den An*־ fang der Herrschaft Nabukodrossor’s um 1 Jahr höher ansetzte. Und wenn Hesekiel 1, 1 nach Jahren Nabupolassar’s gezählt hat, so würde die Abführung Königs Jojachin sogar um 2—3 Jahre früher angesetzt sein, als es nach anderen Berichten geschehen dürfte (s. Ewald a. a. 0. III3 836). Ob Demetrios seine Chronologie hiermit in Uebereinstimmung bringen wollte, ob andere Gründe ihn geleitet haben, muss unentschieden bleiben. Dass aber seine Rech- *) M. Niebuhr in seinem oft angeführten trefflichen Werke (S. 51 f.) sch wankt freilich nur, oh die Regierungsjahre der Könige von Juda ante- oder postdatirt worden sind. Sollen aber die Widersprüche in den Listen der judäisehen und israelitischen Könige vollständig gehoben werden, so ist die obige Annahme wohl kaum abzuweisen. Das Rechte lehrt wiederum Ewald (a. a. 0. III3 464). Dass für die Erklärung der obigen Zahlen die noch sehr widerspruchsvollen Ergebnisse der assjn-ischen Inschriften nicht benutzt werden durften, ist einleuchtend. Denn sicherlich hat Demetrios sie weder berücksichtigt noch überhaupt gekannt.