Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
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55 geworfen war, den rechten Sohn wiedergefunden zu haben glaubte und nun auch natürlich das voraufgehende in ע40ע verwandeln musste. Dass aber Dan’s Name mit Unrecht an diesen Ort verschlagen ist, beweisen zwei andere Stellen, wo alle Söhne Jakob’s wiederholt aufgezählt werden, Dan aber regelmässig vermisst wird (423 d und 425 b). — Für diese dreifache Lücke ist nicht die Lässigkeit oder Unwissenheit eines Abschreibers verantwortlich zu machen; denn die Verderbung wiederholt sich zu oft und dringt zu tief in den Gehalt der Fragmente ein. Dass auch Eusebios, der bibelkundige Bischof, sich nicht absichtlicher und zweckloser Ent- Stellung sehr klarer biblischer Berichte werde schuldig gemacht haben, bedarf keines Beweises. Ebensowenig wird man ein solches Verfahren Demetrios Zutrauen, dessen Bibelfestigkeit sich doch als eine zu bedeutende bewährt hat, der zudem ausdrücklich (423d) die Zahl der bei Laban geborenen Kinder Jakob’s auf 12 bestimmt, während es ohne Dan nur 11 wären. So bleibt Nichts übrig, als die Ursache des Verderbnisses auf einen Redactor der Fragmente zurückzuführen, der die Bibel nicht genau kannte und seine Vorlagen mit leichtfertiger Willkür zustutzte, also auf keinen anderen, als auf den heidnischen, flüchtig schreibenden Compilator Alexander. Nehmen wir, wie wir es noch an anderen Stellen thun müssen, auch hier an, dass zuerst der Satz, welcher Dan’s Geburt meldete, in seinen Excerpten durch irgend welches Versehen, etwa in Folge eines Homoioteleuton, ausgefallen war, so ist Alles erklärt. Denn nun war Dan für Alexander nicht geboren, sein Name wurde daher auch bei den folgenden Aufzählungen der Kinder Jakob’s gestrichen, wozu Alexander uin so eher sich für berechtigt halten konnte, als er TONJAN für Dittographie des unmittelbar voraufgehenden IOTJAN anselien konnte*). Die Gesammtzahl der Kinder aber änderte er nicht (423 d), weil er sich nie die Mühe genommen hatte, sie selbst auszurechnen und sie von Demetrios auf Treu und Glauben hinnahm. Auch die übrigen oben hervorgehobenen Schwierigkeiten *) Man könnte vermuthen, dass es Alexander selbst gewesen sei, der auch in den Fragmenten des Eupolemos Dan gestrichen und dafür JaßiS eingesetzt habe (c* 34. 449c vgl. II Paral. 2, 13). Doch liegt hier wohl bloss ein Schreibfehler vor. wie häufig Jaßld geschrieben wurde, verdrängte das richtige JAN (vgl. Wattenbach a. a. 0. Anh. S. 25).