Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 49)
- Language
- German
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47 Diese Betrachtung giebt uns die Berechtigung zu der Annahme, dass Demetrios auch an den wenigen Stellen, es sind ihrer nur zwei, wo seine Mutlimassungen vollständig in der Luft zu schweben scheinen und der Bibel entweder widersprechen oder ihr fremd sind, durch Angabe seiner Grande den Leser orientirt haben wird. Wenn er auf Jahr und Monat berechnet, wann die Kinder Jakob’s geboren worden sind (c. 21. 423af.), so lassen sich zunächst die Motive dieses auffälligen Verfahrens sehr wohl erkennen. Nach'tinbefangener Deutung von Gen. 29, 20. 30, 25 und 31, 41 sind zwölf Kinder Jakob’s in sieben Jahren geboren. Fällt Empfängniss und Geburt des jüngeren immer nach der Geburt des älteren Bruders, was der Text der Bibel zu besagen scheint, so ist jene Deutung unhaltbar. Demetrios nimmt darum an, dass Joseph und drei von den Söhnen der Mägde zu gleicher Zeit mit ihren Halbgeschwistern geboren wurden, und dass die Geburten in dem, für die Schwangerschaft als normal geltenden Zeiträume von je 10 Monaten'*), auf einander folgten. So könnte die Geburt aller zwölf Kinder in strengster Gleichmässigkeit und im Zeitraum von 6 Jahren und 8 Monaten erfolgt sein♦ Mit dieser Hypothese wären die Angaben der Bibel gerechtfertigt, aber nur alsVermuthung durfte Demetrios sie geben, und wahrscheinlich hat er es gethan. Dass Alexander die Worte, welche das angaben, wie so vieles Andere, weggeschnitten hat, darf nach dem Voraufgeschickten uns nicht befremden. Im übrigen ist es gerade diese Hypothese, die dem Demetrios den Ehrennamen ceines gescheiten Chronographen" von Seiten Delitzsch’ (Genesis S. 468) eingetragen hat. Durchaus halt- und zwecklos scheinen Demetrios’ Behauptungen in Betreff der Nachkommen Levi’s, wonach Kehat im Todesjahre Jakob’s, Amram im vierzigsten Lebensjahre Kehat’s, Moses im fünf- *) Aristoteles liist. anim. VII. 584 a 36: yccQ ejctcc^vu v.al oy.rap.rjva v.cu ivvsa^rjva yivsxcu, y.ai dsy.a[1r\v0L zo 7tlü6xov. Vergil Bucol. IV 61: Matri longa deeem tulerunt fastidia menses. Für die Ansicht der jüdischen Hellenisten ist beweisend Sap. Sal. 7, 1: 8yhücpr\v GccQ^-deya^iriviaLfp %qovco. Dagegen 2 MB. 7, *27: elerj(>ov ps tt!v iv yaazQi iteQieveyyaGctv 6e [urpas evvea. Dass die 1*2 Kinder Jakob’s innerhalb 7 Jahren geboren sind, ist auch die Ansicht der nicht hellenistischen jüdischen Exegeten. S. Ber. Rab. c. 70; Sed. Ol. Rab. c. 2; Sed. Haddor. z. J. 2193—2199. Das obige Problem wird oft durch die Annahme, gelöst, sämmtliche zwölf seien Siebenmonatskinder gewesen. (S. Sed. Ol. Rab. und Sed. Haddor. das.). Vollständig abweichend ist die Ansicht des Josephus Ant. I 19, 7.