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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1874-01-01 · 1874 · page 46

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1874
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 46)
Language
German
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IRI
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44 ehrlich ist diese Art ■zu beweisen und zu vermuthen, verglichen mit den hohlen Combinationen anderer Hellenisten und der Miene unfehlbarer Gewissheit, mit der sie vorgetragen werden. Auch an anderen Orten stellt Demetrios Vermuthungen auf, aber immer, indem er seine Gründe für dieselben offen darlegt. Seine Schrift hatte offenbar neben anderen Zwecken auch den, die Wahrheit der biblischen Berichte und den Charakter der biblischen Personen gegen mögliche Angriffe zu schützen. So sucht er, anknüpfend an die besprochene Stelle, zu erweisen, dass unter der 'kuschitischen Frau" des Moses (Num. 12, 1) keine andere als eben Sepphora verstanden sei, um dadurch Moses von dem Vorwurfe zu befreien, dass er eine Frau aus ganz fremdem Stamme geheirathet habe. Dass aber die Midianiterin eine Aethiopin genannt werden könne, wird nicht im Tone apodiktischer Sicherheit vorgetragen, sondern aus geographischen Gründen zu erweisen gesucht (IX 29. 439 d)* *). — Ein ähnliches Verfahren und dieselbe Tendenz finden wir bei ihm, wo er, hier ganz auf griechischem Boden stehend, unternimmt, Schwierigkeiten, die der biblische Text darbietet, durch scharfsinnige Deutungen zu heben. Seit den Zeiten der Sophisten war es nämlich eine beliebte Sitte bei den Griechen, in den Schriften alter Autoren Probleme jeder Art aufzusuchen und zu lösen, Fragen über wirkliche oder vermeintliche Schwierigkeiten zu stellen und zu beantworten, wie denn schon Platon in einem seiner dramatisch belebtesten Dialoge, dem Protagoras, ein glänzendes Beispiel und die schneidendste Verspottung solcher Manier geliefert hat. Aber erst im alexandrinischen Zeitalter erblühte hieraus ein neuer Litteraturzweig. Gelehrte ersten Ranges wie Aristarch hielten sich freilieh von dem meist sehr unnützen Staubwirbel fern;* weniger be- Ma)6f1v v.al tr\v SeitcpcoQav %aza xovg civtovg ysyovsvcu %oovovg. Diese Stelle ist benutzt worden vom chron. Pasch, p. 117 Bonn., was den Herausgebern entgangen ist. Ueber die Äenderung der Lesarten s. Note 6. *) Dies geschieht in Uebereinstimmung mit den talmudischen Schriften. S. Sifri 7.u Num. 12, 1: האשה הכושית וכי כושית היתה והלא מדינית היתה ומה ת״ל כושית מה כושי משונה בעורו כך צפורה משונה בנוייה מכל הנשים*. 'Die Kuschitin — aber war sie denn eine Iiuschitin? Sie war ja eine Midianiterin. Warum denn nennt sie die Schrift eine Kuschitin? Wie ein Kuschi sich auszeichnet durch seine Hautfärbe, so zeichnete sich Sepphora durch ihre Schönheit vor allen Frauen aus.’ Vgl. Jalk. Sim. z. St. und Moed Kat. 16 b.

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