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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1874-01-01 · 1874 · page 43

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1874
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 43)
Language
German
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IRI
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41 werden. Sie zeigt sich in zu vielen Punkten, als dass sie einem zufälligen Zusammentreffen zu verdanken sein könnte. Eusebioshat,wie erwiesen ist, die Fragmente unverändert in sein Sammelwerk aufgenommen, und dem vielschreibenden Compilator, dem Heiden Alexander, wird Niemand die mühsame Ausgleichung seiner Excerpte mit dem Text der LXX Zutrauen. Ueberall also, wo in Worten und Sätzen diese Uebereinstimmung sich zeigt, haben wir den echten Text des Demetrios vor uns. — Die hiermit hinlänglich erwiesene Benutzung nicht des hebräischen Textes, sondern der griechischen Uebersetzung streitet aber nicht im mindesten gegen Demetrios’ ebenso entschieden hervortretende Achtung vor der heiligen Schrift; denn beides sind Züge, die den jüdischen Hellenismus insgesammt charakterisiren. Wie hoch und heilig hält Philon jedes Wort der Bibely und doch stammt seine Kenntniss derselben einzig und allein aus der Uebersetzung der Siebenzig. So sind es bisweilen verdorbene Lesarten dieser Uebersetzung, denen er tiefsinnige, heilige Lehren entlockt. Dasselbe Verhältnis zeigt sich bei fast allen übrigen jüdischen Hellenisten mit Ausnahme des Josephus, dem neben der griechischen Uebersetzung ein von Titus aus den Trümmern Jerusalems geretteter hebräischer Text bei seiner Darstellung der jüdischen Geschichte vorlag*־). Hat es daher auch nichts Befremdendes, Demetrios auf diesem Wege zu erblicken, so ist die Thatsache immerhin bemerkenswert]!, dass er, der älteste der jüdisch-hellenistischen Schriftsteller, in demselben Verhältnis zu den LXX steht, wie der späteste. Wenn nun aber auch Demetrios als durchaus abhängig von der Bibel und ihrer Uebersetzung sich erwiesen hat, falsch wäre es zu glauben, dass er sich gänzlich an den Buchstaben derselben für gebunden erachte. Es Messe den Geschichtsforscher seines guten Rechtes berauben, wollte man ihm verbieten, über den Wortlaut seiner Quellen oder die nackten Thatsachen der Geschichte hinaus durch Vermuthung und Combination zu den verborgenen Gründen und Zwecken der Ereignisse hinaufzusteigen. Was aber dem Geschichtschreiber überhaupt, das ist insbesondere dem Chronographen der biblischen Zeit ein unanfechtbares Recht. Die biblischen Be- *) Bell. Jud. VII 5, 75.Vita 75; Proöm. zu den Ant. 3 und sonst. Vgl. Ernesti Opusc. phil. crit. p. 363f.

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