Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1874-01-01 · 1874 · page 37

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1874
Date
1874-01-01
Page
– (sequence 37)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2720904-2720965--036-2722716
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

35 dass Stephanos eine eigene Schrift des Polyhistors über Judäa nirgends nennt und im Gegentheil angiebt, dass derselbe über Tabä, eine Stadt des peräischen Palästina (s. oben S. 31), in jenem Werke über Syrien gehandelt habe. Doch ist auch dieser Beweis nicht stark genug, um unsere Annahme als etwas mehr denn eine blosse Vermuthung erscheinen zu lassen. Das Resultat des־ hiermit vorläufig abgeschlossenen Zeugenverhörs über Alexander und seine Schriften kann als ein allseitig befriedigendes, widerspruchsloses nicht bezeichnet werden. Wenn auf der einen Seite Alexander als ein leichtgläubiger, um Kritik unbekümmerter, vielschreibender Sammler erkannt und somit die Unzuverlässigkeit des Mannes und seiner Werke erwiesen zu sein schien, so liess uns andererseits die Genauigkeit seiner zahlreichen Citate und die in einzelnen Fällen mögliche Vergleichung seiner Auszüge mit den Urschriften wieder die Hoffnung schöpfen, auch in seiner Schrift cüber die Juden* über ihn hinaus zu dem echten Text der Urschriften gelangen zu können. Aber viel fehlte, dass sichere Mittel geboten wären, überall im einzelnen zu scheiden, was Alexander, was seinen Vorlagen angehört. Um hierüber zu befriedigenderen Ergebnissen zu gelangen, bleibt uns nur übrig, die Fragmente dieser Schrift selbst zu befragen. Aufmerksamer Betrachtung derselben gelingt vielleicht, das Fehlende zu ergänzen. 1 Demetrios, der Chronograph. Wer in Flavius Josephus den einzigen wahren Vertreter jüdischhellenistischer Geschichtschreibung erblickt, wie in Philon das einzig echte Muster jüdisch-hellenistischer Theologie; wer daher in den Bruchstücken, die den Namen des Demetrios tragen, Nichts sucht, als die Ueberreste einer Geschichte des jüdischen Volkes im Stil und mit den Tendenzen der Josephisehen Archäologie,*) der wird schon durch die flüchtigste Betrachtung dieser Fragmente eines Besseren belehrt werden, oder schnell enttäuscht von ihnen abstehen. Denn sie erzählen keine Geschichte; sie stellen uns nicht den inneren °) So sagt Hieroi^mus . . 'Demetrinm et Eupolemum scriptores adversus Gentes refert, cjui in similitudinem Josepki ’jQ%cuoyovLccv Movsis et Judaicae gentis asseverant5 (De viris illustr. c. 38. II 879 Vallars.). Freilich verdankt Hieronymus seine Kunde von Demetrios nur Clemens und Eusebios. 3*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.