Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
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33 verhältnissmässige Treue der Abschriften schliessen lässt, so müssen wir uns doch hüten, bis auf das einzelne Wort an seine Genauigkeit zu glauben, denn Alexander hat sämmtlichen Excerpten durch Uebertragung in die indirecte Redeweise ein gleichmässiges Colorit aufzutragen gesucht. Er hat, wie der erste Blick auf die Fragmente lehrt, seine Auszüge stark verkürzt. Dass eine solche Umarbeitung nicht ohne häutige Veränderung des Wortlautes, nicht ohne mannigfache Irrthümer und Verschlimmbesserungen von statten gegangen sein wird, lässt sich nach Allem, was über die Eigenart des Mannes gesagt worden ist, voraussetzen, und spätere Untersuchungen werden es bestätigen. Ueber den einstigen Umfang der Schrift Alexanders lassen sich nur Vermuthungen aufstellen. Dass er dieselbe mit Adam begonnen habe, könnte man aus einer Notiz im chron. Barber. (bei Mai Yett. scriptt. nov. coli. VIII 7) schliessen wollen, wonach Alexander von Adam als dem ersten Menschen gesprochen habe. Aber diese Angäbe bezieht sich, wie die daneben angeführten Namen des Berossos, Abydenos und Apollodor erweisen, nicht auf Alexander’s jüdische, sondern auf dessen chaldäische Geschichte. — Vollkommen unbeweisbar aber ist ebensosehr, dass sie bis zur Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier, was Wegener annimmt (de aul. Att. p. 196), als dass sie bis zur Unterwerfung Judäas herabgeführt worden sei, was Hulleman für wahrscheinlicher hält (p. 155). Schwerlieh aber hat sie einen viel grösseren Umfang gehabt, als die Fragmente des Eusebios heute einnehmen*״), und sicherlich hat sie nicht viel werthvollere Bestandtheile dargeboten. Denn Josephus, der in den Alterthümern (I 15) ein Excerpt aus ihr mitfcheilt und auch sonst sie benutzt zu haben scheint, nennt in seiner Streitschrift cwider die Hellenen3 unter der grossen Zahl von Schriftstellern, welche der Juden gedenken, nicht einmal den Namen des Polyhistors. Das ist um so auffallender, als Alexander’s Schrift offenbar nicht in die Classe der judenfeindlichen Werke eines Lysimachos, Chäremon, Apion und ihrer Gleichen gehörte und eher eine den Juden freundliche Gesinnung zeigte, wie das schon die zahlreichen bedeutenden Excerpte aus echt jüdischen Schriften und die Be- *) So vermuthen schon Casaubonns zn Sueton De ill. gramm. c. 20 und Vossius De Histor. Graec. p. 189 Westerm., während Hulleman diese Annahme entschieden zurück weist (p. 155 n. 2). 3