Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2720904-2720965--033-2722713- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
32 ziemlicher Treue von ihm aufbewahrt sein wird. Nirgends ist dieser Umstand von grösserem Werthe5 als in der uns vorliegenden Schrift, die durchaus Musivarbeit, aus buntesten Stücken zusammengesetzt ist. Zum Glücke citirt Alexander auch nirgends so häufig, wie hier. Selbst die unbedeutendsten Fragmente, wie die des Theophilos und Eupolemos (e. 34 Eude und c. 26), Timochares (c. 35) und Xenophon (c. 36) sind mit genauer Quellenangabe versehen, und wo jetzt bei Eusebios eine solche fehlt, da ist mit grosser Wahrscheinlichkeit diesem die Schuld beizumessen (s. oben S. 14). Auf die Absicht, einigermaassen genaue Abschriften zu liefern, liess diese Genauigkeit des Citirens uns schon oben schliessen. Inwieweit Alexander aber diese Absicht durchgeführt hat, wie sehr oder wie wenig bei seiner Art zu arbeiten die Copien den Vorlagen in Wirklichkeit entsprechen, das konnte nur annähernd aus den dürftigen Excerpten, bei denen eine Vergleichung mit den Originalschriften möglich war, bestimmt werden. Nicht bloss die Analogie mit diesen Excerpten, sondern auch andere triftige Gründe erweisen nun für die hiesigen Fragmente, dass der Text der Schriftsteller zwar vielfache Veränderungen erfahren haben mag, dass aber doch der Gedankengang und zum Theil auch der ursprüngliche Wortlaut derselben beibehalten worden ist. Einzelne der von Alexander excerpirten Schriftsteiler haben die griechische Bibelübersetzung benutzt. Alexander muss also jedenfalls an vielen Stellen den Text jener Schriftsteller unverändert in seine Schrift aufgenommen haben, wenn noch jetzt in seinen Auszügen die Worte der griechischen Uebersetzung, gleichsam als die Grundfarbe der Darstellung, in einzelnen Ausdrücken und kleinen Sätzen wieder erscheinen. Ist es uns doch in Folge dieses glücklichen Umstandes oft möglich, den Wortlaut der Original- Schriften durch Vergleichung mit dem Texte der Siebenzig wieder zu erkennen. Auch die freilich nur selten von Alexander gegebenen Paraphrasen einiger von ihm mitgetlieilten poetischen Stücke (c. 22 und 29) zeigen meistens genaue Uebereinstimmung zwischen Um- Schreibung des Excerptors und Text des Schriftstellers oder der Bibel, obgleich er doch nur eine ungefähre Inhaltsangabe hierbei beabsichtigt haben kann.*־״) — Wie sehr nun auch das Alles auf *) Kaum der Widerlegung bedarf die Meinung Rauch’s (p. *24), dass die zwischen die Verse des Theodot geschobenen prosaischen Stücke von Eusebios herrühren, von dessen Schreibart sie doch weit abstehen.