Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
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29 Wenn aber nur ein so bedingtes Lob ihm in Dingen zuerkannt werden konnte, über die er das sicherste Urtheil besitzen musste als geborener Grieche, als Günstling römischer Grossen, als Zeitgenösse von Cicero und Cäsar; wenn er über italische und griechische Verhältnisse wenig mehr zu bieten vermochte als erotisch gefärbte Mythen, Namendeuteleien und Wundergeschichten: wie schlimm muss es da um seine Zuverlässigkeit bestellt sein in der Geschichte eines Volkes, über das die grundlosesten Fabeleien und die boshaftesten Hirngespinnste von Anekdotenjägern und Judenhassern verbreitet und selbst von Männern wie Pompejus Trogus, Strabo, dem älteren Plinius, Tacitus, Plutarch und tausend Anderen blindlings aufgegriffen und unbefangen weiter erzählt wurden. —Dass Alexander in der That nicht mehr als diese griechischen und römischen Schriftsteiler berufen war, eine Geschichte des jüdischen Volkes zu schreiben, lehren zwei Notizen, die, wenn nicht für seine Unkunde jüdischer Dinge, so doch für seine Bereitwilligkeit, auch dasUnglauhlichste in seine Sammelwerke aufzunehmen, unwiderlegliche Beweise bringen. In seiner Geschichte Roms — die wohl identisch mit seinen *Iiahxa ist — hat er nach Suidas (s. v. 3Als^avÖQoq), vielleicht bei der Erwähnung der Gesetze Numa’s oder der Sibyllenbücher, berichtet, dass es eine hebräische Frau Namens Moso gegeben habe, deren Werk das Gesetz der Hebräer sei. Rauch (p. 5. 20) und Hulleman (p. 106) verwerfen freilich diese Angabe des Suidas, weil Alexander, wie aus Eusebios’ und Josephus’ Excerpten hervorgehe, Kenntniss von Moses, dem wahren Gesetzgeber der Hebräer, gehabt, ja die Bibel selbst gelesen habe. Leider ist aber trotz seiner Kenntniss des wahren Sachverhaltes an der Richtigkeit jener Angabe des Suidas nicht zu zweifeln. Allerdings, die Zuverlässigkeit dieses urtheilslosen Sammlers ist gering; aber die nicht verächtliche Autorität des Byzantiners Stephanos hat uns (s. v. גlovdaia) eine zweite Notiz überliefert, die, ebenso albern wie unanfechtbar, auch die Echtheit der ersten verbürgt. Ihr zufolge hat Alexander Judäa und Idumäa von den Kindern der Semiramis Judas und Idumäas hergeleitet*"’). Diese Etymologie ist um Nichts besser, als die Ab- *) S. Hulleman p. 149 Anm. 2. Die Angabe des Claudius Julius bei Steph. das. erklärt am besten die vorgebliche Verwandtschaft zwischen Juden und Spartanern, von der I M. B. 12, 6f. und II M. B. 5, 9 berichten. Hiernach sind *lovdcuoi gleich Ovdccloi von Ovdalog, einem der kadmeisclien Sparten (Skccqtcov hög Meineke