Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1874
- Date
- 1874-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2720904-2720965--029-2722709- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
28 Hier ist Alexander bei Synkellos noch etwas ausführlicher als Josephus, weil er wahrscheinlich aus dem Voraufgehenden noch einige Worte in diesen Satz mit aufnimmt. — In allen übrigen Excerpten ist eine wirkliche Controle unmöglich, weil Eusebios in denselben nur eine Epitome geliefert hat, wie das die bei Alexander höchst seltene directe Rede und das öftere Dreinsprechen des Eusebios beweisen. Hur das ergiebt jedoch die Vergleichung der lückenhaften Auszugsberichte des Eusebios über Sancherib, Nabukodrossor und dessen Nachfolger (bei Euseb. ehr. Arm. p. 19f.j mit den betreffenden Berichten des Berossos (bei Josephus Ant. X 1, 4*); X 11, 2״ c. Ap. I 19 und 20), dass Alexander den Inhalt und zuweilen auch die einzelnen Worte des Berossos im Ganzen treulich wiedergegeben hatte. Doch beweist die Thatsache, dass Eusebios aus Alexander bloss kurze Stücke mittheilt, aus Josephus aber die unge kürzten Fragmente, dass er bei jenem eben viel weniger fand. Denn Eusebios wollte hier den ganzen Berossos geben, so weit er ihm erreichbar war. Alexander aber liess ihn im Stich, wahrscheinlich, weil Berossos wirkliche Geschichte und nicht wie in den ersten zwei Büchern kosmogonisclie Mythen und urgeschichtliche Sagen erzählte, Dinge, die dem Mythensammler bei weitem erfreulicher waren. Auch wird auf Alexander manche Ungenauigkeit zurückzuführen sein. So wenn Phul nach den 45 assyrischen Königen geherrscht haben soll, und wenn Sardanapalos der Vater Nabukodrossor’s genannt wird. (Vgl. jedoch M. Niebuhr S. 128 Anm. 2; 497 Anm. 2). Ganz im Geiste des Polyhistors aber ist die Verbindung babylonischer mit griechischen Sagen, wie über Pythagoras (Eus. ehr. Arm. p. 20). So war der Mann und so seine literarische Thätigkeit, dessen Schrift über jüdische Geschichte wir Alles verdanken, was wir von acht hellenistischen Schriftstellern wissen. Es ist kein günstiges Vorurtheil, mit dem wir an diese Schrift herantreten. Denn das Beste, was von ihrem Verfasser gesagt werden konnte, war, dass er seine Excerpte zwar unkritisch zusammengestoppelt, theilweise umgearbeitet, verkürzt und mit fremden Zuthaten untermengt habe, dass aber nirgends eine Fälschung derselben ihm nachgewiesen werden könne, dass vielmehr die Genauigkeit seiner Citate wenigstens auf die Absicht, einigermaassen treue Copien zu liefern, schliessen lasse. *) WennBekkerp. 296,2 Xsycov ovzcos streicht, so fehlt ihm dazu jede Berechtigung,